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sozusagen die chronique scandaleuse dieses Kreises niedergelegt.Geborener Franzose, ursprünglich auf katholischer Seite, kam erals Sekretär erst Ludwigs von Nassau, dann Conde's seit 1573 inlebhaften Verkehr mit den Ptälzern und trat nachmals ganz in dieDienste Johann Casimirs, in dessen politische Geheimnisse er sichvöllig eingeweiht zeigt; zuletzt verkaufte er sich der Ligue. 1 )So wenig Vertrauen seine Persönlichkeit und die arge ünzu-verlässigkeit seiner Memoiren einfiösst, so stimmt doch die von ihmgegebene Zeichnung seiner eigenen Freunde nur zu sehr mit demZeugniss unanfechtbarer Quellen überein. Mag auch der boshafteMemoirenschreiber in einzelnen Fällen zu schwarz malen, die Ge-wohnheit gegenseitiger Verdächtigung tritt auch sonst bei JohannCasimirs Günstlingen bezeichnend hervor; andererseits hat selbstein La Hnguerye nicht gewagt an die Ehre des alten Kurfürstenoder eines Mannes wie Ehem zu rühren.
Diese casimirischen Politiker offenbarten sämmtlich früher oderspäter ihre völlige Gesinnungslosigkeit. Wie La Huguerye hatauch Friedrich Cratz von Scharffenstein, eine Zeitlang Amtmann zuKaiserslautern, später die protestantische Sache verraten und be-kämpft. 2 ) Sein Nachfolger im Amt wie in der Gunst des Pfalzgrafen,Dr. Weyer, hielt sich allerdings länger, erscheint aber nachmals in
1) Ueber Michel de la Huguerye, dessen Memoiren erst neuerdingsbeachtet und bereits zum grösseren Teil von de Ruble edirt worden sind(Bd. I, die Jahre 1570-77, Paris 1877; ßd. II, die Jahre 1577-87,Paris 1878, im Auftrag der Soeietö de l'histoire de France), liegen bisjetzt nur wenige zerstreute Notizen vor; eine zusammenfassende Beur-teilung des Mannes und seiner Memoiren steht von dem Herausgeber zuerwarten. Vgl. Tessier , l'amiral Coligny (Paris 1872) p. 183/4; 242 ff.wo ein paar Bruchstücke aus den Memoiren mitgeteilt sind, der Autoraber noch als „inconnu" bezeichnet -wird; L. Pingaud, les Saulx-Tavanes(Paris 1876) p. 97 A. 2; H. M. Baird, history of the rise of the Hugue-nota in France II (New-York 1879), 423 ff; Revue historique VII (1878),131; Sybel, histor. Zeitschrift XLII, 508-512.
2) Cratz, mit dem noch 1575 von nassauischer Seite Beziehungenunterhalten wurden (Prinsterer I. 5, 255), kam später wiederholt mitseinem früheren Herrn J. C. in Conflikt. Vgl. J.C.Memorial vom 12. April1577. Am 28. Okt. 1579 wird eine Streitsache zwischen beiden, betr.12000 Franken, die Cratz bei der Bezahlung der französischen Soldrück-stände eigenmächtig an sich genommen hatte, zu Kaiserslautern verglichen(Carlsr. Pfalz Copialb. 505b). Jm August 1587 liess J. C. sogar den Cratzwegen seiner Werbungen gegen die Hugenotten zu Worms verhaften.Nach dem Bericht La Hug. I, 245 trat Cratz aus dem pfälzischen in