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dern glaubte, schweres Unheil angerichtet hat. Schon der unglück-liche Ausgang des niederländischen Feldzugs, der dem Kurfürstenseinen besten Sohn kostete, wurde von sehr verschiedenen Seitenauf die Rechnung dieser ultracalvinistischen Politiker gesetzt. *)
Johann Casimir stand ursprünglich in einem entschiedenenGegensatz zu den „Pfaffen" und ihren Freunden; er begünstigtedie Gegner der Kirchenzucht und zeigte seine Stimmung deutlichgenug, als er sich weigerte, seine eigene Trauung durch Olevianusoder Dathenus vollziehen zu lassen und an ihrer Statt einen wegenseiner Opposition versetzten Geistlichen wählte. 2 ) Seine Klagen überdie heidelberger Räte, die den französischen Unterhändlern so an-genehm zu hören waren, finden ihren Widerhall in dem letztenSchreiben seines Bruders Christoph; der junge Pfalzgraf beschwertsich bitter über die Leute, die „nicht gern sehen, dass wir Fürstenetwas wissen, und uns gern unter dem Joch der Unwissenheit be-halten wollten, damit sie die Regierung allweg in ihren Fäustenund Händen haben und wir andern nicht weiter gucken möchten,dann was man uns vormalet und was sie haben wollen" 3 ) DenSöhnen Friedrichs waren also die Männer, die anderwärts als diegefährlichsten Ruhestörer galten, noch viel zu friedlich und pedan-tisch. Johann Casimir kam allerdings später nicht nur zu Ehernund den weltlichen Ratgebern, sondern auch zu den einflussreichenPredigern in ein besseres Verhältniss; nach Friedrichs Tod bliebohnedies der junge Pfalzgraf ihr einziger Hort vor der lutherischenReaktion und Ehern hat ihm bis zum Ende treu gedient. Aberneben diesen Räten und Diplomaten, die doch manchmal störrigoder allzu bedenklich waren, bedurfte und schuf sich Johann Casi-mir willigere Werkzeuge; alles Leute von beweglichem Geist undweitem Gewissen, meist Ausländer, deren Charakter und Wirksam-keit den Klagen der Gegner über das „verderbliche und undeutscheUnwesen" in der Pfalz eine gewisse Berechtigung verliehen.
Einer aus ihrer Mitte, La Huguerye, hat in seinen Memoiren
1) So von Bullinger, der freilich durch den Streit über die Kirchen-zucht gegen die strengere Partei in Heidelberg eingenommen war (Sudhoffp. 364). La Huguerye gibt speziell dem Zuleger Schuld, dass Christophnicht rechtzeitig zurückgerufen worden sei (I, 222; 236).
2) Sudhoff p. 361 A. Eine Spannung zwischen Friedrich und JohannCasimir trat noch im J. 1674 ein, als der Letztere sich durchaus weigerte,seinen ständigen Aufenthalt beim Vater in Heidelberg zu nehmen; vgl.die Klagen Elisabeths gegen ihre Mutter Kl. II, 668.
3) Christoph an Johann Casimir, 15. Febr. 1574 (Kl. H, 626).