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1 (1882) 1576 - 1582
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und scheine wirklich der Religion zum Aeussersteu Feind zu sein.Ueberhaupt begann Weyer, als er sich von der Erfolglosigkeitseiner Reise überzeugte, mit dem König und seiner Mutter sodeutlich zu reden, dass seine Derbheit nachmals nur von Dr.Beutterich noch übertroffen wurde. Im Gespräch mit Katharinawarf er ihr schliesslich vor, man wolle offenbar die Deutschen nurzum Besten haben und sie selbst habe ihn zu Paris absichtlich imUnklaren.gelassen. Die Königin antwortete verächtlich, Frankreichwerde bald wieder ganz katholisch sein. Die Abschiedsaudienzbeim König (23. September) sollte den Gesandten mit ein paarnichtssagenden Worten und dem vorwurfsvollen Hinweis auf Condeabspeisen. Aber Weyer zwang den Monarchen geradezu Farbe zubekennen; er sagte ihm ins Gesicht:Es ist nicht mehr die Zeitwie bei E. Mt. Vorfahren, denen man auf ihr Wort hat glaubenkönnen. Die Katholischen selbst können beim jetzigen Regimentnicht trauen." Der kühne Fürsprecher der Hugenotten hörte nichtauf, vor dem König und dessen Bruder, dem Cardinal von Lothringenund sämmtlichen Guisen seine Mahnungen zu wiederholen, bis ihmHeinrich demonstrativ die Hand zum Abschied reichte. 1 )

Der französische Hof bemühte sich übrigens ungeachtet allerhochfahrenden Reden die deutschen Protestanten auf diplomatischemWeg zu beruhigen. Selbst bei Friedrich und Johann Casimir ver-suchte es ein königlicher Gesandter nochmals mit der wertlosenVersicherung, der König wolle den Hugenotten allerdings Gewissens-freiheit, nur keine Religionsübung gestatten. Der Kurfürst unter-liess nicht, in seiner Antwort an Heinrich III den Unsinn diesesangeblichen Zugeständnisses und die Gefahr einer wortbrüchigenPolitik mit scharfen Worten auseinanderzusetzen. Gleichzeitig HessFregoso, der bei Hessen die alten Bündnissanträge wieder hervor-holte, die Beschwerden und Drohungen des Königs gegen diePfälzer offen vernehmen. Aber auch der Landgraf erklärte dieneuerfundene Gewissensfreiheit für widersinnig und riet zu guter

1) Vgl. über den ganzen "Verlauf die bei Kl. a. a. 0. 36 ff. ver-öffentlichten Aktenstücke; leider fehlt uns die Relation Weyers überseine sonstigen Beobachtungen und Verrichtungen in der Schweiz undam Hofe, worauf er (p. 53) verweist. Ein Sehr, des Christoph Landschadan L. Wilhelm vom 22. Dez. 1574 (im Marb. Archiv, nach einer Auf-zeichnung Kluckhohns) bezieht sich auf das Projekt einer VermählungK. Heinrichs mit demzweibrückischen Fräulein" (? Wolfgang hatteeine im J. 1554 geborne Tochter Anna hinterlassen).