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1 (1882) 1576 - 1582
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In der Umgebung des Kaisers betrachtete man diese Erklärungenals eine bewusste Verhöhnung des bestehenden Rechts. Höchstbedenklich erschien der Umstand, dass in der Bestallung nur derKaiser uud die A. C. Verwandten, nicht auch die katholischenReichsstände ausgenommen waren. Wenn ein katholischer Bericht-erstatter die pfälzische Motivirung in den Satz zusammenzog, dieReichssatzungen hätten wider das Wort und Gebot Gottes keineStatt, 1 ) so charakterisirte er damit wenigstens Friedrichs Auschauungganz richtig. Selbst der Erzbischof von Mainz, der sonst mitPfalz fast freundschaftlich stand, vermied damals eine von Friedrichvorgeschlagene Zusammenkunft; gegen Hessen Hess er sich heraus,wenn Kurpfalz einen fremden Angriff erfahren sollte, dürfe manihn nicht verlassen,da es aber von der Obrigkeit herkäme, hättees eine andere Meinung." Und gerade in mainzischen Kreisen gingdas Gerücht, auf dem künftigen Reichstag werde man endlich zurAbsetzung Friedrichs schreiten. 2 ) Aber obwohl im Herbst157.4 der feindliche Vetter des Kurfürsten, Georg Hans persönlicham Kaiserhof erschien und bei seinenfremden und verwunder-lichen Vorschlägen" und kecken Drohungen die Heidelbergerzweifellos nicht vergass, 3 ) geschah von Seiten Maximilians

1) Viehauser an Baiern, 21. November.

2) Vgl. die Relation des Dathenus vom Dez. 1574 (Kl. H, 767; 773;auch 777); jene bedenkliche Aeusserung des Erzb. hatte schon im Sommerder Landgraf Ehern mitgeteilt (ebd. 718).

3) Pf. Georg Hans kam am 14. Oktober 1574 nach Wien (Laug.Are. II, 44) und blieb bis 2. Dezember; er wurde vom Kaiser verpflegt,verkehrte ausserdem viel mit dem französischen Agenten (vgl. die Berichteder bairischen Agenten Haberstockh, 15. 17. 19. 20. 29. Okt. 3. 6. Dezhr.und Viehauser, 21. November, Ma. 230/14 und 230/3). Haberstockhschreibt am 6 Dezember: seine Anbringen sollen gar wunderlich gewesensein,als nemblich seiner neuen statt, einer admiralitet und dergleichencastell' in aria . . . halber. Daneben habe er auch etliche rät verklagt."H. weiss gewiss,das er in anbringung seiner sachen einen seltzamenfrembden ungewohnten weeg brauchen wellen, auch gebraucht hat." Am12. Dezember kommt er dann auf seine vor 8 Tagen gemachten Mit-teilungen etlicher castell' in aria zurück, was sich wohl auf jene An-träge des Pf. bezieht; er legt vierModelle" davon bei und sagt:Abur.-dant quidem materia, sed illa ita constituta, ut. omni ex parte animushominis tarn rerum novarum quam seditionis Studiosus elucescat. Quaeres nonnullis risui, aliis vero despectui est." Dass der Pf. drohte,erwolle ein weisse lügen auf den huet stocken", und sonst wüste Redenführte, berichtet Viehauser. TJebrigens kam damals auch ein kurpfälzischerGesandter nach Wien, wie es hiess, nur in Sachen des zu den TürkeDabgefallenen Prädikanten (Neuser), was aber nicht sehr wahrscheinlich ist.