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den er doch besser kennen musste. Jedenfalls beeilten sich Friedrichund sein Sohn den König durch ihren Vertreter begrüssen zu lassen,ehe er den französischeil Boden betreten hatte.
Inzwischen liefen am pfälzischen Hof die gewohnten Warnungendes Kaisers und des Kurfürsten August ein; als vollends ein Teiljener Strassburger Verträge abschriftlich nach Wien gelangte,steigerte sich die Erbitterung Maximilians und die Angst derKatholischen vor einem pfälzischen Handstreich. August, an densich der Kaiser wandte, erklärte, offiziell befragt müsste er eigent-lich zur Anwendung der Reichsconstitutionen raten; dies hiessaber die Pfälzer verurteilen, da nach dem Speirer Abschied von1570 jeder, der ohne vorherige Anzeige beim Kaiser und Kreis-obristen Werbungen für fremden Dienst unternahm, ipso facto inder Acht und der Reichsexekutionsordnung verfallen sein sollte.Doch empfahl der Kurfürst vorerst nur „ein hart, ernst, scharf undrauh Schreiben an die Pfalzgrafen Vater und Sohn" ergehen zulassen, worauf man sich in Heidelberg wohl eines Bessern besinnenwerde. Der Kaiser war trotz seines Unwillens noch vorsichtiger;er wollte die Entschuldigung der Pfälzer abwarten, die freilich erstspät einlief und keineswegs befriedigen konnte. Johann Casimirerklärte, da die Vertragsentwürfe durch den Gang der Ereignissehinfällig geworden seien, habe er den Kaiser nicht unnötig bemühenwollen; übrigens verwies er auf die päpstlichen Praktiken undbesonders auf die gegen seinen Vater gerichteten Drohungen derKatholischen, wovor sich zu schützen sowohl dem Gebot Gottes alsdem Naturgesetz entspreche. Ausserdem berief er sich in einemSchreiben an seinen Vater, das er dem Kaiser ebenfalls mitteilte,darauf, dass man ihm als „einem jungen und sonst noch unver-bundenen Fürsten" seine Werbung nicht übel nehmen könne. 1 )
1) Der Kaiser an Friedrich, 28. August; Sachsen an den Kaiset,7. September; der Kaiser an Sachsen, 23. Sept. (Kl. II, 718 ff.). DieSehr. Jobann Casimirs an Friedrich vom 7. September und an den Kaiservom 12. Oktober, sowie Friedrichs an den Kaiser vom 13. Oktober findenßich Ma. 230/14; das letzte schliesst mit der naiven Hoffnung, der Kaiserwerde nach diesen Erklärungen Johann Casimir „für ein fridtfertigengehorsamben jungen fursten" erkennen und halten. "Ueber den Eindruckam Kaiserhof vgl. ausserdem die Sehr, der bairischen Agenten Ersten-berger (25. Sept.) und Viehauser (5. Sept., 10. Okt. und 21. Nov.),Ma. 230/3 und 230/7. L. Wilhelm fragte den pfälzischen GesandtenDathenus, wer der Judas sei, der dem Kaiser die Verträge zugeschickthabe (Kl. II, 768).