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die Pfalz verliess, entging er mit genauer Not den auf ihn strei-fenden Reitern Conde's und seiner Genossen. 1 )
Die glücklich bewerkstelligte Flucht des jungen Conde nachDeutschland beunruhigte die französische Regierung mit vollemRecht. Er nahm seinen Aufenthalt meist in Strassburg und Basel,vorübergehend auch in Heidelberg; 2 ) andere vornehme „Politiker"beider Confessionen, zwei Montmorency, der Vicomte von Turennehielten zu ihm. Diese unruhigen Herren brachten neues Leben indie nassauisch-pfälzische Politik, denn bei allen Plänen sahen siesich zunächst auf den guten "Willen der Pfälzer angewiesen. Anderer-seits hatte man in Heidelberg wieder einmal Angst vor spanischenRacheplänen und der begreiflichen Verstimmung des Kaisers. Fried-richs Entschuldigungen machten keinen Eindruck, seine eigenenBeschwerden über Spanien wurden von Alba's Nachfolger Requesensals völlig grundlos bezeichnet und der Kaiser inahnte Pfalz, stattSchutz zu versprechen, zu einem verfassungsmässigen und fried-lichen Verhalten. Und doch schienen die spanischen Werbungenim Keich und in der Schweiz den Gerüchten von einem Rachezugeinigen Anhalt zu geben, während auch aus Frankreich drohendeZeitungen einliefen. 3 )
1) Vgl. hierüber das Sehr, eines Davis (?) an Johann von Nassau,Köln 7. Juni (Prinsterer I. 5, 18/9) ; Languet an Kf. August, "Wien 5. Juni(Are. II, 15); Calendar 1574 p. 612/3. Jener Davis, wohl richtiger David,ist nicht, wie Prinsterer I suppl. 187» annimmt, identisch mit La Huguerye,in dessen Memoiren (I, 269) vielmehr eben die Verhandlungen des s r . deLumbres und des Sekretärs David mit den Franzosen erwähnt weiden,von denen der Brief des Letzteren p. 18/9 spricht.
2) Cond6 kam am 23. April nach Kaiserslautern, ging mit JohannCasimir nach Heidelberg und begab sich von da nach Strassburg (Kl. II,650; vgl. Prinsterer I. suppl. p. 166*). Aus Strassburg datirt sein Sehr,vom 4. Mai (La Popeliniere, II. 288), aus Heidelberg sein Sehr, vom1 Juli, aus Heppenheim jenes vom 12. Juli (die Bemerkung hierüber beiPolenz II, 671 beruht auf einem Versehen). Dem Eat zu BaBel mussteCond6, als er dort Wohnung nahm, versprechen, sich aller Praktiken undKriegswerbungen zum Nachteil der Eidgenossen und ihrer Verbündetenzu enthalten. „Neuwe Zeitung, allerley Sachen , so sich von dem augst-monat nechstverschinen jars — biss auff disen lauffenden monat aprillensdess MDLXXVI. jars allenthalben in Frankreich unnd Teutschland zuge-tragen" .... Basel 1576 (Bm.). Vgl. Mörikofer, Gesch. der evangelischenFlüchtlinge in der Schweiz (Leipz. 1876) p. 106.
3) Friedrich an den Kaiser, 29. April; an August, 23. Juni (Kl. II,649; 697 ff.); das hier erwähnte Rundschreiben des Gubernators Re-