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von dem Vorgehen des Hofs gegen Alencon und seine Anhängerein; in Cassel empfing Landgraf Wilhelm den Marschall als ent-schiedener Fürsprecher der Hugenotten und Politiker. 1 ) Friedrichhörte den französischen Grafen zu Germersheim; die königlichenAnträge gingen, ohne eine deutsche Vermittlung zwischen dem Hofund den Hugenotten zu berühren, auf Abschluss der früher be-triebenen Correspondenz, wobei die Bitte angehängt war, den indie Pfalz geflüchteten Conde zur Rückkehr nach Frankreich zu be-stimmen. Der Kurfürst antwortete durchaus ablehnend und bezogsich auf die Auseinandersetzungen zu Vacha, da auch heute nochdie unerlässliche Bedingung, Religionsfreiheit für die Hugenotten,nicht zugestanden werde. Retz beklagte sich dagegen bitter, derKurfürst habe ihn nicht zu Ende hören wollen und sei von Weyerfalsch berichtet worden; der König sei in der Tat bereit, dieReligionsübuug freizugeben. Übrigens habe er auch Vollmacht fürdie kölnische Sache sowie für Abmachungen zu Gunsten „der HerrenSöhne Seiner Durchlaucht". Aber eine weitere Audienz vor JohannCasimir und zwei Räten blieb ebenso fruchtlos, da weder Retz nochSchomberg und Fregoso gegenüber einer an Weyer ergangenenErklärung des Königs ihre Darstellung der beabsichtigten religiösenZugeständnisse aufrecht zu halten vermochten. 2 ) Als der Marschall
Prinsterer I. 4, 376/8; 384/5; suppl. p. 165*. Mit Schomberg zusammen(der namentlich mit Ehem verhandelte) war auch Graf Johann in Heidel-berg. Ein reformirter Prediger in Frankfurt klagt damals über die Leicht-gläubigkeit der deutschen Fürsten (ebd. 5, 2).
1) Wilhelm an Pf. Ludwig, 17. Mai; an Friedrich, 24. Mai (Kl. II672 ff.); an Johann Sturm, 19. Juni (Ch. Schmidt, vie de Sturm p. 166A. 2). Retz war am 7. Mai in Cassel; in dem Sehr. Schombergs beiPrinsterer I. 5, 6 muss das Datum unrichtig sein, denn am 22. Mai kamRetz nicht erst nach Giessen, sondern war in Germersheim beim Kf. Friedrich.Sollte mit der „Heiratshandlung", die Retz dem Landgrafen vergeblichvortrug, vielleicht immer noch jene Scheinwerbung Heinrichs um diesächsische Prinzessin gemeint sein ?
2) Die Ankündigung des Retz bei Johann von Nassau ist datirtKrakau 19. März (Prinsterer I. 4, 352/3, vgl. Kl. II, 653 A. 1). Friedrichsnicht sehr freundliches Zugeständniss einer Audienz vom 18. Mai bei Kl. II,677; die Antwort auf das Anbringen des Retz, Germersheim 22. Mai, ebd.679 if.; eine ausführliche Replik des Retz, gl. Datums, Mb. 90/1 f. 69;es ist das Schriftstück, worauf sich Friedrich in seinem Sehr, an L. Wil-helm vom 3. Juni (Kl. II, 686 ff.) bezieht.