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Die Verhandlungen mit dem sehr ungeistlichen Kölner, Sälen-tin von Isenburg, führten im Winter 1573 Johann von Nassau undEhem. Kurfürst Friedrich war sogar bereit, dem Erzbischof, aufdessen Bekehrung er sicher rechnete, seine eigene Tochter zu ver-mählen. *) Gleichzeitig kam übrigens auch die päpstliche Confir-mation nach Köln; die beiden calvinistischen Unterhändler sassen,wie Ehem erzählt, an der kurfürstlichen Tafel mit dem Nuntiusund seinen Jesuiten zusammen, „da einer den Kurfürsten unsermHerrn Gott, der andere aber dem Teufel hat wollen zuführen".Die protestantischen Hoffnungen gingen nicht in Erfüllung,Salentin war durchaus kein Fanatiker, aber von einem Bekenntniss-wechsel wollte er doch nichts wissen. Die Hauptsache war ihmoffenbar die in Aussicht gestellte französische Pension, die er amLiebsten mit der Eesignation seines Stifts und dem Rücktritt in denweltlichen Stand vereinigt hätte. Nur mühsam brachte man ihn zuder Erklärung, er wolle heiraten und das Stift behalten, wenn ihndie Protestanten trotz seines katholischen Glaubens in Schutz neh-men würden. Salentin wusste mit seiner derben und wunderlichenArt die Abgesandten ganz gut auszuholen; Ehem Hess sich selbstzu vertraulichen Aeusserungen über die römische Königswahl hin-reissen. Der Erzbischof dagegen, der auch während dieser Ver-
V, 102), während er freilich seine Spione im protestantischen Lager hielt(Gachard, corr. de Philippe, III, 27/8). Daniel von Mainz aber galt viel-fach für einen Gönner der Protestanten und besonders der Pfälzer, vgl.z. B. Schombergs Sehr, vom 23. März 1573 (Moser IV, 349), RequesensSehr, an K. Philipp vom 15. Mai 1574 und 6. Juni 1575 (Gachard a. a. 0,87 ; 319); er unterhielt damals Verkehr mit den Nassauern (Kl. II, 596),Der B. von Speier entschuldigte noch am 28. März 1575 dem Nuntiusgegenüber sein gutes Verhältniss zu einigen benachbarten Fürsten (TheineiII, 51; über einen Besuch Joh. Cas. beim Bischof vgl. Kl. II, 843).
1) Diese Mitteilung La Huguerye's (I, 204) stimmt mit den in derpfälzischen Instruktion und in den Berichten Ehems enthaltenen Andeut-ungen von einer ansehnlichen Heirat, wodurch Köln die vornehmstenkurfürstlichen und fürstlichen Häuser an sich brächte, deren unerlässlicheBedingung aber der Uebertritt des Erzb. zum Protestantismus wäre(Prinsterer I. 4, 339; 342/4), vortrefflich überein. Die "Warnung desLandgrafen, Johann Casimir möge versöhnten Feinden und Pfaffen nichtzu viel glauben und sich versichern lassen, „damit E. L. oder derselbenSchwester nicht uf ein eys gefürtt werden" (ebd. 127*), wird erst hie-durch verständlich. Auch die Angabe LaHug., man habe den Marschalldes Erzbischofs gewonnen, findet ihre Bestätigung in den nassauischenCorrespondenzen (Prinsterer I. 5, 78; 294; vgl. 4, 342 seine Gegenwartbei der Beantwortung Graf Johanns und Ehems).