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Ungestört entfaltete inzwischen die pfälzische Diplomatiean den verschiedensten Punkten rege Tätigkeit, um den verscho-benen niederländischen Krieg wenigstens im Beginn des nächstenJahres zu verwirklichen. Während man mit der Regierung undmit ihren Gegnern in Frankreich anband, suchten die pfälzischenAgenten unermüdlich in England ein Bündniss oder wenigstensGelder zu Stande zu bringen.*) Johann Casimir selbst ging imOktober nach Hessen und von da nach Sachsen, um einen Teilder vorhandenen Pläne und Vorbereitungen zu enthüllen. Er wiesauf die Notwendigkeit, einer Continuation des Kriegs und auf dievon Frankreich und England zu erwartende Geldhülfe hin, berich-tete über die Verhandlungen mit Köln und Mainz und berührte dieGefahr eines künftigen spanischen Kaisertums. Natürlich zog sichAugust völlig auf die im Werk befindliche Friedenshandlungzurück; Wilhelm von Hessen warnte gleichfalls vor jedem gewalt-samen Versuch, obwohl ihm die Aeusserung entfuhr, dass „diesemHandel nicht wohl zu helfen, man stopfte denn einmal die Quellenin der Pfaffengassen, daher diese Unruhe und Uebel ursprünglichherfiiessen tun." 2 )
Letzterem Wunsch dachten aber die Nassauer und Pfälzer längstganz wörtlich zu genügen. Die „Grafeneinigung", ein wesentlicher
Sehr. Albrechts von Baiern, 30. Mai 1573 (Ma. 230/12). Am 9. Sept,schreibt Ehern an Crato : „Mirantur omnes, vestros non probare actionestyranni, interea eundem non obscure tormentario pulvere et aliis iuvare',(Breslau). Die 'wichtigsten Sehr, in Sechen der Pulvereffaire bei Kl. II,598—607. Die Sendung war lang vorher ruchbar geworden, vgl. Lan-guet's Sehr, vom 30. Juni und 8. Juli (Are. I, 196; 198). Ein Berichtdes Augsburger Bürgers Lucas Müller über- die Wegnahme des Trans-ports (Ma. 230/7) constatirt die rohe Verhöhnung des kais Passbriefs,den er den Reitern vorweisen wollte. Vgl. Hegenmüller an Baietn,Wien 21. Okt. (Ma. 230/1). Vgl. auch Prinsterer I. 4, 223; 233.
1) TJeber die englischen Verhandlungen der Pfälzer vgl. die DepeschenLa Mothe's vom 6. 20. Juni und 11. Nov. 1573 (LaMothe V, 347; 354;443); ferner die Registrirung des pfälzischen Bündnissantrags vom 18.und der englischen Antwort vom 21. Dez. Calendar 1573 p. 448/9. DassFriedrich ein Sehr, der Königin erhalten habe, meldet Languet am 24. Dez.(Epistolae ad Sydnaeum, 1646, p. 27).
2) Joh. Casimirs Anbringen bei Sachsen Kl. II, 591 ff.; die säch-sische Antwort vom 1. Nov. ebd. 601 ff. Auf diese diplomatische ReiseJ. C. dürfte sich eine Stelle in dem Sehr, der nassauischen Brüder anOranien vom 22. Okt. (Prinsterer I. 4, 223) beziehen, wo von der Hinter-treibung der römischen Königswahl die Rede ist.