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Versuche, die Verlobung König Heinrichs mit einer Wettinerin vonNeuem anzuregen, sehr zur Unzeit aufgenommen. August war festentschlossen den jungen König nicht einmal persönlich zu begrüssen,geschweige denn auf Heiratsverhandlungen einzugehen, deren wahreAbsicht zu nahe lag, um sie ernst zu nehmen. Er liess sich beimEmpfang des Zugs an der sächsischen Grenze durch seinen Schwieger-sohn vertreten und entschuldigen. Die dringenden Bitten Heinrichs,die Verwendung des Landgrafen, die Schreiben Johann Casimirsvermochten ihn nicht zu einer nachträglichen Aenderung seinesEntschlusses zu bestimmen, der allerdings selbst im Ausland alseine beabsichtigte Unhöflichkeit aufgefasst wurde. 1 )
Johann Casimir, der den König bis Torgau begleitete, machteBruderschaft mit ihm und liess sich beschenken. Aber die Verbin-dung der Pfälzer mit dem blutbefleckten Haus Valois sollte nur zubald die schlimmsten Früchte tragen, während gleichzeitig nicht nurdie politischen, sondern auch die persönlichen Bande zwischen Dres-den und Heidelberg gewaltsam zerrissen wurden.
1) Ein englisches Sehr, an "Walsingham, Paris 31. Juli 1573, be-hauptet , Fregoso sei nach Sachsen zurückgekehrt, um die Heirat derPrinzessin mit Heinrich weiter zu betreiben (Calendar 1573 p. 395). ImSeptember sagt dann der venezianische Gesandte Morosini in seiner Re-lation, die Praktik, den Polenkönig mit der Tochter Kursachsens zuvermählen, sei in vollem Gang („col quäle — le cose sono ridotte astretti termini, perche quanto alla religione, in che pareva consisteretutta la difficolta, sperano di poter fare a modo loro"); doch spricht erauflpi den Verdacht aus, die Königin habe dabei vielleicht nur den Durch-zug Heinrichs durch Deutschland im Auge (Alb&ri, Relazioni I. 6, 262).Noch ein Jahr später wurde wenigstens gerüchtweise die sächsischePrinzessin neben andern Partien genannt (ebd. I. 4, 319). Im ProzessLa Mole-Coconnas wird dagegen von einem Projekt ihrer Verbindungmit Alen§tm gesprochen (Mem. de l'estat III, 272). — Der GewährsmannErstenbergers (citirtes Sehr, vom 1. Dez. 1573) fand den Kurfürsten„von dem zugemutten franzosischen heirat ganz alienum." Ueber diefranzösischen Bemühungen, wenigstens eine Zusammenkunft des Kf. mitdem König durchzusetzen, vgl. B. von Limoges an K. Katharina, Chälons28. Nov. (Pb. V c Colbert 7); Schomberg an dieselbe, 20. Dez (beidefürchten namentlich den Einfluss der ganz von der Kaiserin gewonnenenKurfürstin); Joh. Casimir an August, 5. 8. Jan. 1574 (Kl. II, 620 ff.).Von dem allgemeinen Erstaunen über die mehr als kühle Haltung desKf. sprechen du Ferrier (an Karl IX , Venedig 6. Febr. 1574, CharriereHI, 464 A.) und Tron (an den Dogen, Wien 18. Juli 1574, Ven. Cop.)