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1 (1882) 1576 - 1582
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eine berühmte hugenottische Flugschrift spricht mit genügenderDeutlichkeit von den deutschen Fürsten, die sich nicht schämenden Bruder des Tyrannen zu empfangen wie einen Ehrenmann, an-statt die ihnen von Gott dargebotene Gelegenheit zu ergreifen! 1 )

Beim Einzug Heinrichs in Frankfurt gab es wieder finstereGesichter und man entging mit genauer Not einem blutigen Zu-sammenstoss mit der bewaffneten Bürgerschaft; einer der vornehm-sten Edelleute, der dem König nachreiste und in einem benachbartenDorf sich frech benahm, wurde von den Bauern halb tot geprügelt.Zu Vacha empfing zwar Landgraf Wilhelm seine Gäste mit allenEhren, kam aber natürlich mit dem König sofort ins Gespräch überdie Bartholomäusnacht und erhitzte sich dabei so sehr, dass manseine derben Vorwürfe bis auf die Strasse hinaus hören konnte. 2 )Die politischen Verhandlungen, die hier weitergeführt wurden, blie-ben resultatlos. Landgraf Wilhelm und Ludwig von Nassau be-mühten sich vergebens, für Oranien fernere Unterstützung zu er-

1) Vgl. ausser dem oben citirten Heidelberger Bericht vom 22. Dez.das Sehr, des Ursinus an Bullinger vom 3. Jan. 1574 (Heppe II Beilagenp. 180); ferner Le Reveille-matin des Frangois et de leurs voisinsAusgabe 1574, H, 165/6.

2) Ueber den Aufenthalt in Frankfurt und die feindlichen Absichtender dort befindlichen ausländischen Protestanten vgl. namentlich Heidcn-stein a. a. O. und La Huguerye I, 197 ff.; auch Schomberg a. a. 0.deutet wenigstens an, man habe den König zu beunruhigen gesucht.Vgl. dagegen die Behauptung bei Thuanus , die Frankfurter hätten denKönig als einen Nachkommen ihrer gemeinschaftlichen Ahnen, der altenFranken empfangen! Ueber den Aufenthalt und die Verhandlungenzu Vacha vgl. ausser Zulegers Bericht das Anbringen des Grafen vonRetz bei Kf. Friedrich, 22. Mai 1574 (Mb. 90/1 f. 69/73); die Antwortvom 24. Mai; Wilhelm an Friedrich 15. Juni; Friedrich an Wilhelm23. Juni (Kl. II, 680 ; 687 A. 3; 699). Retz berichtet, Ehern und Zulegerhätten allein mit dem Landgrafen und Graf Ludwig verhandelt undnachher ihm sowie Bellievre und Schomberg erklärt,qu'ilz ne pouvoyentpenser, qui detournoit lors ce prince [den Landgrafen] de prendre auquneresolution, combien qu'ilz l'en eussent fort bien presse et par plusieursapparentes raisons, dont ilz avoient Charge de S. Exe. [Friedrich]; maispuisque ledict prince ne la vouliit prendre, qu'ilz nous vouloient biendöcla rer que la volunte de l'excellence de leurs prince estoit teile qu'ilzde>larerent lors." Vgl. hiemit Wilhelms oben citirtes Sehr. Was LaHuguerye I, 200 von der Grobheit des Landgrafen erzählt, stimmt mitdessen eigenem Bericht ; den französischen Prediger Garnier, dessenSermon eigentlich dem König zugedacht war, musste wenigstens Retzwohl oder übel anhören (Hotomannorum epistolae, Amsterd. 1700, p. 42/3;La Hug. I, 201/2).