Druckschrift 
1 (1882) 1576 - 1582
Entstehung
Seite
121
Einzelbild herunterladen
 

121

12. Dezember wurde mit Beiziehung der beiderseitigen Eäte überden französischen Antrag verhandelt, der Schombergs früheren Er-klärungen gemäss auf einSpezialbündniss" der Pfalz mit beidenKönigen ging. Aber diePfälzer, jedenfalls durch die vorhergehendeCorrespondenz mit Hessen und wohl auch durch die Haltung Sach-sens vorsichtiger gemacht, antworteten ausweichend, sie müssten sicherst mit andern Reichsfürsten verständigen. Die Entscheidungwurde daher auf die Zusammenkunft Heinrichs mit dem Landgrafenverschoben und dem König ausser Christoph und dem Grafen Lud-wig der Licentiat Zuleger mitgegeben; Ehern sollte eigentlich denGrafen zum Erzbischof von Köln begleiten, versprach aber gleich-falls sich erst in Hessen einzufinden. Dies brachte Schomberg zuWege, der ihn weitzugänglicher und zuverlässiger" fand als denganz hugenottischen Zuleger. Endlich wurde auch Johann Casimirdurch Eilboten seines Vaters zum Landgrafen beschieden. 1 )

Am 13. Dezember reiste König Heinrich weiter, nach einemAustausch reicher fürstlicher Geschenke. Jedenfalls war der poli-tische Zweck des königlichen Besuchs nur halb erreicht worden.Trotzdem und trotz der nicht gerade entgegenkommenden Art, wo-mit Friedrich diesen Besuch über sich hatte ergehen lassen, machtein gut calvinistischen Kreisen und vor Allem in Heidelberg selbst dieganze Episode den übelsten Eindruck. Der strenge Theolog Ursi-nus verglich in seiner schneidenden Weise Friedrichs Mahnungenan den Valois mit dem Unternehmen, einen Mohren weiss zuwaschen. Viel boshafter wurde die Haltung des Kurfürsten ineinem an der Universität entstandenen Epigramm gegeisselt. Und

werken bis in die neueste Zeit figurirt; soviel ich sehe, hat nur Soldansie nicht aufgenommen. Nun gibt Charriere (III, 458 A. 1) allerdingsan, sie komme in den Berichten Schombergs vor, ohne aber irgendwelche'nähere Mitteilungen zu machen. Dagegen scheint mir -wirklich beachtens-wert die Erwähnung in einer am 5. März 1587 vor Johann Casimir ge-haltenen Rede des Tossamis (Oratt. p. 55/6), der aber einfach berichtetFriedrich habe mit dem König in seinem Gemach geredet, ,,in quo tuncforte appensam habebat magni illius Galliae amiralii Casparis Coligniiimaginem", was freilich die späteren Versionen von hierauf bezüglichenAeusserungen des Kf. oder von einem Gemälde der Bluthochzeit selbstals Ausschmückungen kennzeichnet. Letzteres Gemälde erscheint wohlam Frühesten in den Aufzeichnungen des Heidelberger Kirchenrats Marxzum Lamb (vgl. die bei Kl. Fr. p. 472 angeführte Stelle).

1) Schomberg an K. Katharina, Frankf. 20. Dez. 1573 (_NoaillesIII, 529 ff.) ; Zuleger an Joh. Casimir, Cassel 2. Jan. 1574 (Prinsterer I.4, 316 ff.).