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bereits zum öffentlichen Geheimniss gewordene Kaiserprojekt undan die angeblichen Eroberungsgelüste des neuen Königs knüpften. 1 )Die Frage der Kaiserwahl scheint vielmehr trotz jener VerheissungenSchombergs nicht mehr berührt worden zu sein und der EmpfangAnjou's in Deutschland konnte auch wahrhaftig nicht dazu ermu-tigen.
Der weitere Verlauf der Reise brachte nämlich dem Königselbst und seinen französischen Begleitern, den Männern der Blut-hochzeit, manchen Augenblick der Beschämung und der AngstSchon das plötzliche Erscheinen von 600 völlig gerüsteten Reitern, dieKurfürst Friedrich als Geleite an die pfälzische Grenze geschickt hatte,verursachte eine unangenehme Ueberraschung. Der Kurfürst, denman in Oppenheim zu findeu dachte, liess sich mit Unwohlsein ent-schuldigen; von dem sehnlichen Verlangen nach einer Zusammen-kunft, wie es Schomberg geschildert, war nichts zu bemerken. KönigHeinrich fand keinen anderen Ausweg als sich selbst in Heidelberganzusagen, was natürlich nicht abgelehnt werden konnte. Als eram 11. Dezember einritt, empfing die Bevölkerung seinen Hofstaat,die berüchtigten Henker ihrer Glaubensgenossen, mit lautenVerwünschungen; im Schlosse liess der Kurfürst ziemlich lange
natürlich nicht gesagt, dass etwa schon das isolirte Vorgehen der Pfälzerden offenen Anschluss Frankreich zur Folge haben werde. Der LegatSalviati schreibt am 25. Dez.: „mi pare impossibile che hoggi questo reintraprenda guerra forestiera, et questo non tanto per i disordini chesono nel regno di Francia — quanto perche non e possibile che a ciöcondescenda la regente" (Theiner I, 376).
1) Das Kaiserprojekt war nicht nur am französischen Hofe selbstganz bekannt, sondern auch in England, Italien, Deutschland mehr undmehr verbreitet worden. Der toskanische Gesandte in Paris schreibt da-von an den Grossherzog (26. August, Desjardins III, 887), der LegatSalviati an den Cardinal von Como (26. Nov., Theiner I, 375: „il pen-siero dell' Imperio, al quäle non e dubio che questa principessa congrande ardore aspira per uno de' suoi flgliuoli", wird wohl den Gegen-stand der Verhandlungen mit den Pfälzern bilden). Vgl. Calendar 1573p. 392; 395/6. Erstenberger schreibt an Baiern (1. Dez., Ma. 230/7),über die französisch-polnischen Praktiken gegen Oesterreich, wovor Kur-sachsen den Kaiser gewarnt habe; „was es aber (ausser affectationimperii Romani) in specie sei", weiss er noch nicht. Der Gedanke,die an Polen grenzenden Reichs- und österreichischen Erblande mit HülfeFrankreichs loszureissen, mag wohl da und dort aufgetaucht sein, vgl.Theiner I, 382; das merkwürdige Sehr, eines ungarischen Abenteurersan den Pascha von Ofen, Krakau 21. Febr. 1574, Ma. 230/13.