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samer Verteidigungsmassregeln nicht begreiflich zu machen. 4 ) Da-gegen hatte in Heidelberg die fortgesetzte Spannung der letztenMonate wirklich eine kriegerische Stimmung erzeugt, die jetzt imAugenblick der höchsten Gefahr selbst gewagte Projekte und be-denkliche Bundesgenossen annehmbar erscheinen Hess.
Wenn der alte Kurfürst mehr von dem Gedanken einer heran-nahenden schweren Krisis erfüllt war, so vertraten seine jüngerenSöhne eine Politik der bewaffneten Aktion mit voller Herzens-neigung. Neben Johann Casimir zog bereits der einundzwanzigjährigePfalzgraf Christoph die Blicke auf sich, dessen ritterliche Tatenlustdurch eine strenge wissenschaftliche Erziehung 2 ) keineswegs ersticktworden war. Kaum vom „Studio" befreit, wollte er sich um jedenPreis in einem „ehrlichen Zug" nützlich machen „und nit also stetsalhie auf der Bärenhaut liegen." Gegen den Willen des Vaterswar er im Sommer 1572 der Armee Oraniens gefolgt, hatte sichmit kölnischer Reiterei siegreich herumgeschlagen und währenddes unglücklichen Versuchs Mons zu entsetzen glänzende Bravour
1) Unter den zahlreichen Belegen für die Absichten der katholischenEeaktion, die Friedrich und seine Räte damals den fürstlichen Vertreternvorlegten, hebe ich hervor einmal die Behauptung, der LandsbergischeBund sei ,,uf ain zeit" (wann, ist nicht gesagt) bereits zu einem Angriffauf die Evangelischen entschlossen gewesen; nur Mainz und Nürnberghätten die Sache hintertrieben (Kl. II, 518). Etwas genauer gefasst,aber nicht glaubwürdiger ist eine zweite „in sonderm Vertrauen" ge-machte Mitteilung, gegründet auf die Aussagen eines zu Frankfurt ein-gezogenen Juden, wonach auf dem R. Tag von 1566 der Legat mit dengeistlichen Fürsten die Ausrottung der deutschen Ketzer verabredet hätteund ein Teil der hiezu veranschlagten Gelder bereits im Schloss des Kf.von Mainz deponirt worden wären; der Jude wollte das Geld selbstunter der Hand gehabt und den Originalcontrakt u. a. mit dem Mainzerund Trierer Siegel gesehen haben. (Kl. II, 522/3; vgl. Friedrich anEhem 22. Jan. 1568 (Mb. 108/4): „was die verhafte person zu Frankfurtuns hiebevorn der spanischen practiken halb für bestendige anzaigungengetan, auch daruff noch beharren tut"").
2) Vgl. oben p. 3 A. 3; Christophs Heidelberger Rektoratsrede vom3. Jan. 1566 in Nie. Cisneri opuscula p. 323 ff.; ebd. 332 ff. Epigrammean Christoph von Beza u. a. Chr. war im J. 1567 zu Genf (Lang, adCamerar. p. 57). Einer seiner Lehrer war der Constanzer Zündelin, demwir später noch öfter begegnen werden (Epistolae selectiores p. 579;vgl. die Vorrede zu Lang, epist. ad Camerarium). lieber ChristophsInteresse an dem berühmten französischen Philosophen Petrus Ramus,der vorübergehend in Heidelberg weilte, vgl. Sudhoff, Olevianus p. 332/3.
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