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fürst Friedrich war fest überzeugt, dass man in der Bluthochzeiteine „fast lang angesponnene Praktik", ein wohlbedachtes Werk derheiligen Liga zu sehen habe und dass Schombergs Entschuldigungenrein aus der Luft gegriffen seien. Noch verdächtiger war ihm deritaienische Intrigant Fregoso, der unmittelbar von Paris nach Hei-delberg abgefertigt wurde , aber seine Fabel von der Hugenotten-Verschwörung nicht einmal dem Kurfürsten selbst vortragen durfte.Trotzdem gewann es Friedrich über sich, in seiner schriftlichenAntwort den Gesandten, den er doch für einen Schurken und Mit-anstifter der Bluthochzeit hielt, zu versichern, er sei ihm sonst mitGnaden wohl gewogen. 1 ) Die Franzosen hatten sich in der Ver-mutung nicht getäuscht, dass gerade die calvinistischen Pfälzer amErsten wieder mit ihnen anbinden würden.
Furcht und Hoffnung verschafften den Mördern der Hugenottenneues Gehör am pfälzischen Hof. Einmal waren die Pfälzer, undgewiss mit vollem Recht, davon überzeugt, dass die katholischeReaktion, wenn sie einmal das Reich ergreifen sollte, den erstenSchlag gegen Heidelberg führen würde; nun folgten aber der Kundevon der Bluthochzeit Warnungen über Warnungen, von feindlichenAbsichten Alba's, der Franzosen, der geistlichen Fürsten, Erichsvon Braunschweig. Und alle diese Briefe und Zeitungen, verstärktdurch Reminiscenzen an die papistischen Projekte des Jahres 1566,vermochten den lutherischen Mitständen, die den Heidelberger Tagim September 1572 beschickt hatten, die Notwendigkeit gemein-
Bd. 86 und 477; namentlich V° Colbert no. 400, wo sich aber nicht,wie Noailles II, 232 A. 3 angibt, seine ganze diplomatische Correspon-denz von 1571-81 findet). Leider sind diese wichtigen Schriftstückenur zum Teil und in verschiedenen Publicationen zerstreut veröffentlicht;das Meiste, aber ganz schlecht herausgegeben bei F. C. v. Moser, Bey-träge zu dem Staats- und "Völcker-Recht IV , 219 ff.; andere zum Teilergänzende und berichtigende Veröffentlichungen im 1. Band von L'Est-oile's Journal de Henri III, im 3. Band von Noailles, bei Prinsterer 1.4,im Bulletin de la societe pour l'hist. du protest. franQ. XVI, 547 ff.
1) Friedrich an Wilhelm von Hessen, 1. 18. Sept. (Kl. II, 489 ff.;512 ff). Ueber die Verrichtungen Fregoso's vgl. Kl. II, 501 ff.; er wurdevom Kf. nicht gehört, wie dieser wiederholt versichert (p. 501; 521),und das „wir", an dem Kl. II, 504 A. Anstoss nimmt, lässt sich dochwohl auf pfälzische Räte deuten, die mit Fregoso verhandelten. DerSchluss der Antwort ebd. 521 A. 2. "Vgl. über Fregoso's Sendung auchDesjardins III, 835/6 und La Huguerye I, 153, der aber wie meistensfalsch datirt; die ebd. citirten Documente in der Revue rötrospective VBind mir leider nicht zugänglich.