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1 (1882) 1576 - 1582
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Katharina von Medici war keineswegs gesonnen, durch dieBartholomäusnacht ihren Sohn und Frankreich unter päpstlich-spa-nische Vormundschaft zu liefern. Im Gegenteil, auch nach demEreigniss glaubte sie die eingeschlagene antihabsburgische Richtungfesthalten zu können. Diese scharfe Trennung der innern undäussern Politik, diese Vereinigung von Hugenottenverfolgung undprotestantischen Allianzen besass in Frankreich bereits eine Tradi-tion und ist bekanntlich nachmals von Richelieu meisterhaft aus-genützt worden. Auch die Florentinerin wollte vor Allem in Frank-reich Herrin sein, die Lothringer und Spanier ebenso wenig regierenlassen wie den Admiral und seine Freunde. Aber wenn sie gleich-zeitig nach aussen freie Hand zu behalten wünschte, so musste dieseZumutung den auswärtigen Protestanten zunächst unglaublich frecherscheinen. Konnte sie denn ernstlich hoffen, die Engländer,Deutschen, Niederländer würden entweder die offiziellen Lügen derfranzösischen Sendlinge glauben oder den entsetzlichen Eindruckder Pariser Ereignisse so rasch überwinden? Und doch blieb keineandere Wahl als die Politik Coligny's wieder aufzunehmen und sichweder durch die Mühe noch durch die vorauszusehenden Demüti-gungen abschrecken zu lassen. Denn schon hatte Spanien die tiefeVerstimmung der Königin Elisabeth benützt, um ein freundlicheresVerhältniss zu England' herbeizuführen. Vollends die polnischeWahlsache forderte dringend den Kampf gegen Oesterreich nichtnur in Polen selbst, sondern auch im Reich.

Am Tag nach der Bluthochzeit erhielt Schomberg gemessenenBefehl, der zu vermutenden Entrüstung der deutschen Fürsten miteiner offiziellen Entstellung des Hergangs entgegenzutreten. Wenigspäter schrieb ihm die Königin-Mutter:Wir sind mehr als jemalsgewillt, diese Beziehungen zu einer festen Correspondenz zu ge-stalten, trotz aller schlimmen Auslegungen der hiesigen Vorgänge."Ebenso äusserte sich Anjou. *) Freilich war das leichter gesagt alsgetan; Schomberg, der den Herbst und Winter in Sachsen, Bran-denburg, Hessen wieder anzuknüpfen suchte, fand zunächst, dassdie ganze Verhandlung in Rauch aufgegangen" sei. KurfürstAugust liess ihn überhaupt nicht vor und erklärte jede nähere Ver-bindung mit Frankreich von nun an für unmöglich. 2 ) Auch Kur-

1) Katharina an Schomberg, 13. Sept. 1572; Anjou an denselben,gl. Datums (Noailles III, 293/4).

2) Die Instruktionen und die Correspondenz Schombergs währendseiner Verhandlungen mit Deutschland 157174 befinden sieh grossenteilsin der Pariser Bibliothek (fonds francais 3880; 3899; 3951; coli. Dupuy

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