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den Kaiser und Spanien behufs einer friedlichen Lösung dieser bren-nenden Frage zu unterstützen. Als der einfachste Ausweg erschienihm die Uebertragung der Statthalterschaft auf einen Erzherzog, x )ein Gedanke, der in den nächsten Jahren immer wieder hervortrat,bis die Niederländer auf eigne Faust einen freilich nicht glücklichenVersuch machten ihn zu verwirklichen. Ueber den Anschluss desReichs an die Türkenliga wurde zwar ohne endgültige Entscheidunggehandelt, aber August äusserte sich doch sehr entgegenkommendund sagte, man dürfe eine so gute Gelegenheit die Christenheitwider den Erbfeind zu vereinigen nicht versäumen; der Kaiser Hessauch sofort die übrigen Kurfürsten durch Abgesandte um ihrenBescheid angehen. Johann Casimir schrieb später in seiner derbenWeise: „Sachs seliger zu Wien hätt schier die sancta liga unterschrie-ben ; Mutter Anna hat stark am Wagen geschoben". 2 ) Jedenfalls hat
1) Dieser Vorsehlag war bereits viel früher von der Kaiserin ver-gebens gemacht, dann im Herbst 1572 von Seiten Spaniens aufgegriffenund durch den Gesandten in Wien Monteagudo beim Kaiser eifrig ver-treten worden; die Spanier dachten an den Erzh. Ernst (Monteagudo anPhilipp II, 12. Okt. 1572, Gachard II, 284 ff., vgl. die Sehr. Karls IXan seinen Gesandten in Madrid, 17. 22. März 1573, Prinsterer I. 4, 33*;39*). Dass dann August von Sachsen dem Kaiser aufs Dringendste em-pfohlen habe, diesen Weg einzuschlagen, sagte der kaiserliche Gesandtein Venedig seinem französischen Collegen (Charriere III, 366 A., vgl.die italien. Zeitungen Calendar 1573 p. 271, 283). Am 26. Mai 1573schreibt Schomberg an K. Katharina, der Kaiser hoffe seinen zweitenSohn zum Statthalter der Niederlande erhoben und weiterhin mit derInfantin vermählt zu sehen; „ung ellecteur qui le peult s<;avoir, l'a dictä, ung de vos collonels en tres grande confiance" (Prinsterer I. 4, 80*);letztere Andeutung scheint mir auf den Kf. von Sachsen und den Grafenvon Barby zu gehen. — Johann Casimir (an August, 13. Juni, Kl. II, 579)schlug schou damals vor, die Einsetzung eines Erzherzogs mit HülfeOraniens zu bewerkstelligen.
2) Joh. Casimirs Tagebuch p. 380; 394. Dem spanischen Gesandtenteilte der Kaiser selbst hierüber folgendes mit: „Que en lo de la ligageneral se havia resuelto el dicho elector con S. M. Ces., que holgavamucho de ayudarle en esta occasion, no solo con su voto, persona yhazienda, pero que con los demas prineipes haria tales oficios, qualesS. M. los veria brevemente, y luego le responderia mas en particular äun memorial que le avia dado. Y aun le dixo estos palabras formales:Senor, lo que ha muchos anos que desseävamos que era ver colligadala christiandad con el imperio para contro el Turco : lo vemos agora;no sera justo perder tal ayuda ni tal occasion. V. M. sede [?] priessa,que yo no faltai6. Lo quäl agrado mucho ä S. M., paresciendole que