Druckschrift 
1 (1882) 1576 - 1582
Entstehung
Seite
95
Einzelbild herunterladen
 

95

der vertrauliche Verkehr zwischen Anna und der Kaiserin den bei-den Fürsten die Herstellung des alten Einverständnisses nicht wenigerleichtert und sich überdies keineswegs von der Politik fernge-halten. l ) Der Einfluss der Kurfürstin erreichte eben damals seinenHöhepunkt, zum schweren Schaden des deutschen Protestantismus.Dem Lieblingswunsch des Kaisers, seinem ältesten Sohn dierömische Krone zu verschaffen, gab August ebenfalls seine Zustim-mung, nachdem Maximilian die gegen Kudolfs Person erhobenenBedenken entkräftet hatte. Der Kurfürst hielt übrigens auch inder Frage der polnischen Wahl mit der Ansicht nicht zurück, dassgerade der Erzherzog Ernst wegen seiner spanischen Erziehung fürdiesen Tron sich minder eigne als seine jüngeren Brüder. Aberder Kaiser liess sich auf keinerlei Aenderung des einmal beschlos-senen Planes ein. Ob August seinerseits wirklich, wie behauptetwurde, eventuell bewaffnete Hülfe zusagte, ist mindestens zweifel-haft. 2 ) Eben so unverbürgt sind die Nachrichten über Gebietser-weiterungen, die dem Kurfürsten in Aussicht gestellt worden seien;dass die sächsischen Wünsche keineswegs alle befriedigt wurden,

no se podia dezir mas.' - Die Antwort der übrigen Kff. hoffte der Kaiserbis Mitte März zu bekommen (Relation). Auch an Albrecbt von Baiernschrieb Maximilian, obwohl Sachsen keine endliche Antwort gegeben,so haw ich doch so fil vermerkt, das S. L. zu diser handlung zu be-fördern nit ungenaigt sain, und hawn sich darinnen hoch erbotten."lieber die kaiserliche Gesandtschaft an die Kff vgl. Kl. II, 574/5;weiteres Ma. 230/1. ,

1) Der spanische Gesandte berichtet hierüber:Tambien hablö laemperatriz & la duquesa, encomendändole tomaase ä cargo las cosas desus hijos, dändole ä entender que lo que mas le premia era la electionde rey de Romanos , sin nombrarle ä ninguno dellos. La duquesa se leoffrescio grandemente" u. s. w (Relacion). Auch in Heidelberg ' hörteman von der Freundschaft der beiden Fürstinnen (Heppe II, Beilagenp. 136).

2) Vgl. die Mitteilungen des Gesandten Vulcob an Karl IX überdie angeblichen Kriegs- und Eroberungspläne des Kaisers und der Kff.bei Noailles II, 240 ff.; III, 420 ff.; Schomberg spricht gleichfalls wieder-holt von der Nachricht, Sachsen habe dem Kaiser 1000 Pferde auf 5 Mo-nate versprochen, was aber Joh Casimir für höchst unwahrscheinlicherklärte (Moser IV, 324; vgl. ebd. 329 die Behauptung, Sachsen habebeim Kaiser die Aechtung Erichs von Braunschweig durchgesetzt). Joh.Casimirs Aeussenmg über Kursachsen in dem Sehr, vom 4. März (anRetz ?):et me semble qu'il a peur du Moscovite", ist mir nicht rechtverständlich.