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1 (1882) 1576 - 1582
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Uebrigens wurde im Jahre 1572 der Fall einer Neuwahl so-wohl von den Kurfürsten als auch von der französischen Re-gierung ernstlich ins Auge gefasst. Kurpfalz erklärte es für wün-schenswert, dass man bei Frankreicheinen Rücken" suche, wasnatürlich nur auf Verhinderung einer habsburgischen Wahl gedeutetwerden kann. 1 ) Der eigentliche Vertrauensmann der Franzosenwar aber Landgraf Wilhelm, obwohl er es sicher nicht aufrichtigmit ihnen meinte. Immerhin ging er so weit mündlich durchSchomberg wie auch brieflich der Königin Mutter die Wege anzu-deuten, auf denen ihr Lieblingssohn Anjou zur römischen Kronegelangen könne; vor Allem empfahl er sich des Fürsten vonAnhalt durch eine Pension zu versichern. 2 ) Dass Wilhelm gleich-zeitig Sachsen gegenüber eine ganz andere Sprache führte und dieFranzosenfreundschaft des Kurfürsten Friedrich rügte, gibt uns einenneuen Beweis seiner Zweideutigkeit. Allerdings hütete sich Katha-rina von Medici, allzu lebhaft auf die hessischen Vorschläge einzu-gehen; Schomberg, der sie befürwortete, wurde im August ange-

WeiterMii wird bemerkt, Frankreich habe sich schon zweimal, unterKarl V und Ludwig XI , die Gelegenheit entgehen lassen, von derWeltherrschaft (,,1'empire de toute l'Europe et bonne part en Asie")Besitz zu ergreifen; jetzt biete sich diese Gelegenheit zum dritten Malund es hänge von dien beiden "Valnis ab,de donner la loy au mondeou de la recevoir" (Charriere IJI, 171 ff. - A.). Vgl. die hugenottischePhantasie des Vidame de Chartres von der Weltstellung Frankreichs,Arch. des miss scientif. a. a. O.; die späteren Behauptungen vonder französischen Gesinnung der deutschen Fürsten vor der Barth. Nachtebd. 669; Prinsterer I, 4, 83/4*.

1) Kl. a. a. O.; über Correspondenz Augusts und Friedrichs wegeneiner Neuwahl ebd. 459.

2) Schon im Okt. 1571 äusserte Katharina von Medici zu Bloisdem Vertreter Toskana's gegenüber die Absicht, ihrem Sohn Anjou nichtnur die polnische, sondern auch die römische Krone zu verschaffen(di piü, che potrebbe pervenire in Alemagna tale, che cercherebbe con-servare e guadagnare sempre per la religione cattolica", DesjardinsTU, 723). Diese Combination beherrscht den interessanten eigenhändigenInstruktionsentwv-f Schombergs, dessen meist verneinende Randbemerk-ungen (von der Hand des kgl. Sekretärs Brulart) vom 9. Aug. 1572datirt sind (Noailles, Henri de Valois III , 285/6). "Was hier über dieVerhandlungen mit Hessen mitgeteilt wird, macht die Annahme Kl. Fr.351, Schomberg habe damals noch keine Andeutungen über das Kaiser-projekt gewagt, unhaltbar. Die Sendung Reifenbergs, den Katharina,Juli 1572, im geheimen Auforag an den Landgrafen abfertigte (RommelV, 549 A. 59), hängt wohl auch mit diesen Umtrieben zusammen.