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Form französischer Hülfstruppen wollten ohnedies die Fürsten ausserPfalz durchaus nichts wissen. Die Einführung fremden Kriegsvolks,musste Schomberg vom Landgrafen hören, würde ihnen vor Gottund der Welt.zu Schimpf und Schande gereichen. 1 )
"Wenn Schomberg später behauptet hat, Pfalz und HesseDseien anfänglich seiner Werbung abgeneigt gewesen, 2 ) so ist diesnicht völlig aus der Luft gegriffen. Sowohl die Pfälzer als derLandgraf Hessen nämlich zuerst ihre Meinung nicht recht heraus,wohl mit Rücksicht auf Sachsen, aber in Heidelberg wenigstens wardiese Zurückhaltung nicht von langer Dauer. Es gereicht denPfälzern zur Ehre, dass sie allein in Deutschland den Ernst derLage erfassten und die Verbindung mit Frankreich, daneben auchdie Unterstützung Oraniens unermüdlich vertraten. Aber ihre Be-mühungen blieben fruchtlos. Der Convent fürstlicher Räte, denFriedrich im Februar 1572 zu Stande bringen wollte, wurde vonSachsen hintertrieben; die Versuche Johann Casimir's und Ehem's,Sachsen, Hessen und andere Stände für die Stellung von deutschenund die Annahme von französischen Hülfstruppen zu gewinnen, miss-glückten ebenfalls, zeigen aber, dass die Pfälzer jene nationalen Be-denken gegen fremdes Kriegsvolk keineswegs teilten. 3 ) Dies hängtübrigens jedenfalls damit zusammen, dass Friedrich sich wiederernstlich bedroht glaubte, und zwar von Seiten Spaniens.*)
1) Die spärlichen Mitteilungen über diese Verhandlungen bei Prin-sterer a. a. O. sind durch die von Kl. II, 427 ff. gegebenen deutschenAktenstücken und Correspondenzcn in höchst erwünschter Weise ergänztworden. "Vgl. Kl. eigene Darstellung Fr. p. 350 ff.
2) Schomberg an Heinrich III, Dresden 18. Juni 1580 (Pb. V°Colbert 400) : „Or sgay-je fort bien que du commencement de ce traicte-la les dicts conte Palatin et landgrave n'y vouloient nullement presterl'aureille."
3) Kl. II, 453. Der Kf. wünschte mindestens 3000 französischePferde und ein Regiment Gascogner Schützen auf 6 Monate.
4) Vgl. die Corresp. Friedrichs vom Juni u. Juli 1572 (Kl. II, 465;468 A. 1; 475 ff'.). Friedrich reizte gerade damals die Spanier nochbesonders durch die Verhaftung des Grafen Otto von Eberstein, der einSchiff mit Waffen rheinabwärts führen wollte, vgl. Christoph Mundt anBullinger, 8. Juli (Epistolae Tigurinae, Publikationen der Parker society VNo. 83) ; Alba an Philipp II., 18. Juli (Gachard II, 268); vgl. auch eineZeitung Calendar 1572 p. 162. Von einer im August 1572 zu Mannheimerfolgten Confiscation verbotenen Geldes handelt eine Urk. vom 9. März1575, wonach die Hälfte — 17000 fl. - einem Kaufmann zu Lucca zu-rückerstattet wurde (Mb. 90/1).