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in Heidelberg Beifall. Immer noch wurde von den antispanischenPolitikern der toskanische Gesandte mit ins Vertrauen gezogenauch Junius versprach für die Interessen des Grossherzogs bei Pfalzzu wirken.*)
Während aber der pfälzische Agent die Fäden der deutsch-französischen Beziehungen in der Hand zu halten glaubte und vonKarl IX wirklich mit der Einleitung weiterer Bündnissverhandlungenbeauftragt wurde, stand der französische Hof bereits in diploma-tischem Verkehr mit Kursachsen. Zweimal im Laufe des Jahreswurde Kaspar von Schomberg dorthin abgefertigt, um ein „Defensiv-verständniss" Frankreichs mit den deutschen Fürsten anzubieten undmit der Bedrohung des Königs von papistischer Seite zu motiviren.Erst im Dezember zog August, der natürlich zunächst keine bin-dende Antwort gab, die Pfälzer ins Vertrauen und zwar in einerfür Friedrich verletzenden Form; der sächsische Gesandte sollte„vieler Ursachen halb" sich nicht unmittelbar an den Kurfürsten,sondern an Johann Casimir wenden, damit die Sache geheim bleibeund nicht den „calvinischen Theologen" geoffenbart werde. DieAbwesenheit des jungen Fürsten nötigte jedoch den GesandtenFriedrich zuerst aufzusuchen. Die gemeinsame Antwort der beidenPfalzgrafen lautete sehr zurückhaltend; sie ergriffen ihrerseits dieGelegenheit Kursachsen von ihren eigenen Verhandlungen mit demKönig zu unterrichten. 2 ) Damals regte sich bereits in Sachsendas Misstrauen gegen die calvinisirende Landestheologie, aber diepolitische Entfremdung zwischen Dresden und Heidelberg ist zu-
1) Am 2. Okt. 1571 wurde die Werbung des Dr. Junius in Sachendes Bündnisses vom König zu Blois beantwortet (Walsingham an Burgh-ley, 7. Okt., Digges p. 143). Im Febr. 1572 scheint dann Junius aufsNeue nach Frankreich gesandt worden zu sein, wo er noch im Juni weilte;vgl. Ehern an Killegrew 12. Febr. (Calendar 1572 p 41); ein Sehr.Walsingham's an Burghley vom März (Digges p. 175); über sein Ver-hältniss zum toskanischen Gesandten, von dem er eine Kette zum Ge-schenk erhielt, die Depesche Petrucci's vom 23. Mai (Desjardins III, 776/7);ausserdem Kl. H, 442/3 ; 458; 466/7.
2) Im Mai 1571 erschien Schomberg zuerst mit einer kgl. Werbungam kursäehsischen Hof, wo er zuvorkommend aufgenommen, aber aufseine Bündnissanträge zunächst mit einer Vorantwort abgefertigt wurde.Seine zweite Instruktion datirt vom 28. Aug. 1571 (vgl. Capefigue, Hiat.de la Reforme III, 16/7); im September und Oktober finden wir ihn wie-der in Sachsen (Scholz, Languet p. 50 ff.; Prinsterer I. 4, 1*). Vgl. diekursächsischen Mitteilungen an Pfalz, 12. Dez., und die Antwort Friedrichsund Joh. Casimirs, 16. Dez. 1571 (Kl. II, 427 ff.).