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bereits bemerklich. Kurfürst August, der jenen französischen Hei-ratsantrag schon zu Anfang 1571 entschieden abgelehnt hatte, 1 )vermied damals ein vertrautes Zusammengehen mit den Pfälzern;auf den Vorschlag Friedrichs, die Fürsten sollten einen gemeinsamenAgenten am französischen Hof unterhalten, Hess er sich nicht ein. 2 )So blieb den Pfälzern nur übrig, in Frankreich wie in Englandihre eigenen Wege zu verfolgen. Von dem unmittelbaren Verkehr,der zwischen dem pfälzischen und englischen Hof im Jahre 1571stattfand, wissen wir fast gar nichts Näheres. 3 ) Dagegen findenwir den Kurfürsten und Ehern in Correspondenz mit Walsinghamund Killegrew, die am französischen Hof das Bündniss zu fördernsuchten und hiebei durch den pfälzischen Agenten Dr. Junius leb-haft unterstützt wurden. In unlösbarer Verbindung mit dem Bünd-nissprojekt standen die kühnen Pläne Ludwigs von Nassau; seinGedanke einer Teilung der Niederlande, wodurch Brabant, Geldernund Luxemburg wieder zum Reich kommen sollten, fand, wie ersagte, bei „den deutschen Fürsten", genauer genommen wohl nur
1) Ruffec an Katharina von Medici, Stuquart (!) 4. Febr. 1571 (Pb.V° Colbert 397). Der Kf. berief sich dem französischen Abgesandtengegenüber auf das allzu jugendliche Alter seiner Töchter und auf dieReligion; „pour rösolution il m'a dit n'y pouvoir pour le present aucune-menfc entendre." Der Abgesandte meint in seinem Sehr, trotzdem: „jevous diray d'oü vient la maladie, qui est bien grande, mais non pasincurable." — Vgl. Walsingham an Burghley, Paris 18. März 1571(Calendar p. 420).
2) Kl. n, 414/6.
3) Am 1. Aug. 1571 empfiehlt Friedrich den an K. Elisabeth ab-gefertigten Schotten William Melville an Burghley (Calendar 1571 p. 500;vgl. p. 583); die kurz vorher fallende Werbung des englischen AgentenDr. Mundt, der bei der Königin die Bündnisspläne des Vorjahrs wiederanregte und die Lieferung von 500000 Talern nach Strassburg beantragte,geschah wohl zweifellos im Einverständniss mit den Pfälzern (La MotheIV, 153). — Höchst auffallend ist die Meldung des französischen Ge-sandten in London vom Dez. 1571, der Pfalzgraf lasse durch einen ge-heimen Abgesandten um die Hand der Königin für seinen jüngsten SohnChristoph anhalten (ebd. 311). Wirklich findet sich im englischen Archivein derartiger Vorschlag, von einem gewissen Baptista an Elisabeth ge-richtet, aber von Burghley mit der Bemerkung versehen: „A fond Italian"(Calendar 1571 p. 585). Im Winter 1572 trat dann ein anderer Italiener,der sich Pacceco nannte, in Heidelberg mit der Behauptung auf, er seivon der Königin abgesandt, um den jungen Pfalzgrafen zu beobachten.Friedrich wandte sich um Aufklärung an Dr. Mundt und an Walsingham(CaL 1672 p. 62/3; Digges, the compleat ambaBaador p. 190).
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