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und wolle sich mit einer „aufzügigen" Antwort begnügen. Ehemtat seinerseits Alles, um jedes weitere Misstrauen gegen Augustzu zerstreuen und die Notwendigkeit einer gemässigten Politik zubetonen. Von jenen Gewissensskrupeln wollte er nichts hören;müsse man doch auch im Religionsfrieden die Pfaffen als Brüdererkennen!*)
Die Bereitwilligkeit der Pfälzer wurde nicht weiter in Anspruchgenommen; August scheint sich vielmehr der Bedingungen, die sieund der Landgraf für den Fall des Beitritts stellten, Baiern gegen-über bedient zu haben, um seine eigene Abneigung einigermassenzu verbergen. Der grundsätzliche "Widerwille gegen förmliche Bünd-nisse, gegen bindende Verpflichtungen, die einmal unbequem werdenkonnten, scheint auch diesmal bei dem vorsichtigen Kurfürsten denAusschlag gegeben zu haben. Baiern wusste er durch vertraulicheAeusserungen noch eine Zeitlang hinzuhalten; Herzog Albrecht be-hauptete sogar, August habe sich der Aufnahme Spaniens günstiggezeigt. 2 ) Aber allmählich musste auch er sich überzeugen, dassdie sächsische Politik in der Sache unerbittlich blieb und gar keineLust hatte ihren Eückhalt an den übrigen Protestanten preiszu-geben. Ebenso erfolglos waren die fortgesetzten Bemühungen Baiernsund Spaniens, den Kaiser für die Aufnahme der spanischen Nieder-lande in den Bund zu gewinnen. Nicht nur Maximilian, selbstsein erzkatholischer Bruder Ferdinand, der Erzbischof von Mainz,der Bischof von Würzburg widerstrebten dem Anschluss eines soübermächtigen Bundesgliedes. 3 ) Der Landsberger Bund war aber,
1) Ehern sagt in der Beratung vom 22. April 1570, nachdem er u. a.darauf verwiesen, dass die Gesinnung Sachsens durch die pfälzischeHeirat hinreichend dokumentirt sei und dass Pfalz den Pfaffen das Ihrigenicht nehmen wolle und dürfe : „Ob P. mit gutem gewissen könt sich inbund begeben ? helt dorfur, quod sie. Dan religionfridt halten, die pfaffenbruder halten, idem est" (Ma. 544/10 f. 27).
2) Memorial Hrz. Albrechts für den an den spanischen Botschafterzu Wien abgefertigten Dr. Halver, 4. Okt. 1571: „item wie auch Saxennit allein nit derwider, sonder ime solches wolgefallen lassen, mit mei-dung, wann Hispania nit im bund, so wer der bund so vil als ni chtsEt ad hec ne verbum quidem Cesar respondit" (als ihm nämlich Albrechtdies mitteilte). Ma. 401/2 f. 351 ff.
3) Noch am 31. Jan. 1572 entwarf Baiern eine Instruktion an diedrei welllichen Kff. „auf verhösserung der kais. Mt.", doch sollte , wennbei Sachsen nichts zu erreichen sei, bei den andern kein Versuch ge-macht werden. (Ma. 401/2 f. 372 ff.; vgl. 401/5 f. 259 ff.) Ueber denfortgesetzten Widerstand des Kaisers vgl. dessen Schreiben an Baiern,