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Gesandten freilich aufgetragen mit den Pfälzern gute CorreSpondenzzu halten, aber, wie er beifügte, ohne den Kaiser zu beleidigen.Auch in seinem Widerstreben gegen einen neuen Reichstag wurdeFriedrich von den weltlichen Mitkurfürsten allein gelassen. Da-mals begann nun Baiern seine Werbungen für den LandsbergerBund, zunächst bei dem Markgrafen Georg Friedrich von Ansbach,der sich wie zu erwarten an Kursachsen wandte, aber fürs Ersteden Rat erhielt höflich abzulehnen. 1 )
Ein neuer Einigungstag (Juni 1569) beauftragte 'den Bundes-hauptmann mit Sachsen und Brandenburg, Würtemberg und etlichenGeistlichen am Rhein wegen des Beitritts zu verhandeln. Es solltenalso sämmtliche Kurfürsten ausser Pfalz beigezogen werden. Al-brecht wartete aber nicht, wie ihm freigestellt war, auf den künf-tigen Reichstag und ging überdies auf eigene Faust viel weiter,als seine Bundesverwandten dachten; die Angst vor den vielbe-sprochenen Kriegs- und Unionsplänen der Protestanten mag dabeimitgewirkt haben. Er beschickte von katholischen Ständen ausserden drei geistlichen Kurfürsten die Bischöfe von Münster, Lüttich,Strassburg und Speier sowie den Herzog von Jülich; noch mehr,er trat in Verbindung mit Alba und mit Lothringen. 2 ) Philipp II.ergriff mit Begierde die Gelegenheit seine Niederlande durch eineförmliche Schutz Verbindung dem Reich gegenüber sicher zustellen;er fasste aber die Sache sogleich international und wollte auch diestreng katholische Partei in Frankreich, selbst in England heran-ziehen, also zu einer grossen katholischen Liga den Grund legen.Abenteuerliche Gerüchte über den Erfurter Tag und die HochzeitJohann Casimirs, über die Absicht der Protestanten, „einen Pfaffennach dem andern herumzurucken," konnte den deutschen Katholiken
1) Kl. II, 327.
2) Vgl die Erklärung der geistl. Kff. vom 15. Sept. und den Bundes-abschied vom 17. Dez. 1569 (Stumpf p. 111 ff.). Der würzburgischeKanzler Balthasar von Hellu verrichtete die Werbung bei den Geistli-chen und dann bei Alba (Philipp an Alba, 18. Nov., Antwort, 11. Dez.1569, Coleccion XXXVIII, 232 ff.; 255 ff). — Von protestantischen Für-sten wurden zuerst Würtemberg und Ansbach, dann (Instruktion vom13.Okt.) KurBachsen angegangen; August antwortete am 3 Nov. (Landsber-ger Bundes-Akten Ma. 401/2). An der Zusammenkunft zu Prag (Febr. 1570)nahmen (aussser dem Kaiser) Kursachsen, Baiern und wie es scheintauch Ansbach (Kl. II, 378) teil; ausserdem sollte durch Sachsen mitPfalz und Brandenburg, Julius von Braunschweig und Wilhelm von Hessengehandelt werden.