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lande wegzunehmen. *) Wenn hier die Abneigung der Spanier gegenein französisch-österreichisches Ehebündniss mitspielte, so drücktedoch immer am Schwersten der unvertilgbare Zweifel an der Recht-gläubigkeit des Kaisers. Im Oktober 1569 sah sich Philipp II. ver-anlasst, seinen Vetter geradezu über die umlaufenden Gerüchte zuinterpelliren und ernstlich zur Rückkehr auf den Weg der römisch-katholischen Religion zu ermahnen. Maximilian beeilte sich, jedenVerdacht mit Entrüstung zurückzuweisen und zu beteuern, dasses sein einziger Gedanke sei, „als katholischer Fürst zu lebenund zu sterben." Aber sein fortgesetzter Widerstand gegen Alles,was einer katholischen Liga ähnlich sah, und seine zunehmendeVerstimmung über die rücksichtslose Politik Pius V, vor Allem dienichts weniger als fanatische Haltung seiner vornehmsten Räte,eines Schwendi und Zasius, Hessen kein rechtes Vertrauen bei deneifrig Katholischen aufkommen. „Zu Wien," klagte CardinalTruchsess, „ist man den Türken viel holder als den Pfaffen." 2 )
Ueber allem Verdacht stand dagegen, wenn auch erst seiteinigen Jahren, Albrecht V. von Baiern; ohne Uebertreibung durfteman ihn und den Erzherzog Ferdinand als „die Hauptsäulen desKatholizismus" in Deutschland rühmen. Dabei unterhielt er dochfreundschaftliche Beziehungen zu manchem protestantischen Fürstenund vor Allem ein wahrhaft vertrauliches Verhältniss mit Augustvon Sachsen, der mit seinem „Bruder" Albrecht viel ungezwungenerverkehrte als mit Kurpfalz oder Hessen. Das immer wieder auf-tretende Gerücht, August sei katholisch geworden oder wenigstenszum Uebertritt geneigt, fand jedenfalls eine Hauptstütze in dieserbairischen Freundschaft. Herzog Albrecht freilich, der im Jahr 1571und später mehr als einmal von Rom aus bestürmt wurde, die Be-kehrung Sachsens zu vollenden, kannte die wahre Gesinnung desKurfürsten zu gut, um sich derartigen Hoffnungen hinzugeben. 3 )Dagegen ergriff und verfolgte er mit Lebhaftigkeit den Gedanken,
1) Alba an Philipp, 18. Sept. 1568 (Coleccion XXXVII, 412 ff.).
2) Truchsess an Albrecht von Baiern, 12. Febr. 1569 (Wimmer p. 88).
3) Im J. 1567 verbreitete sich das Gerücht, August sei katholischgeworden (K. v. Weher, Anna Churf. zu Sachsen, p. 373/4). Trotz derEntrüstung des sächsischen Hofes erhielt es sich sogar in protestanti-schen Kreisen (Cardinal Hosius an den Nuntius zu "Wien, Heilsberg 1568,Hosii Opera II, 254; Alba an Philipp, 30. April 1570, Gachard H, 130).In den J. 1571 u. 1572 correspondirte der Cardinal Hosius, der sich dieSache besonders zu Herzen nahm , über die gehoffte Bekehrung Augustsmit Albrecht von Baiern, Erzh. Karl, dem Nuntius zu Wien und dem