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Ausserdem befand sich Spanien im Conflikt mit England, hatte zuHaus einen Moriskenaufstand und sah den Religionskrieg zunächstnicht ungern aus den Niederlanden ganz nach Frankreich verlegt.Alba, dem Pfalzgraf Wolfgang beruhigende Versicherungen gegebenhatte, stellte den Franzosen allerdings Truppen zur Verfügung,verbot diesen jedoch an dem Angriff auf das Reich teilzunehmenund zeigte überhaupt so wenig Entgegenkommen, dass man ihnnachträglich geradezu des Einverständnisses mit den Ketzern be-schuldigte. J ) Diese kühle Haltung Spaniens hat wohl noch mehrals die Rüstungen der Pfälzer den Franzosen den Gedanken einerförmlichen Offensive verleidet.
Wolfgaug dachte ursprünglich seinen Marsch aus dem Elsassnach den drei Bistümern zu nehmen, aber er wurde, da ihm inmilitärischen Fragen die nötige Selbständigkeit fehlte, durch seineUmgebung hievon abgebracht und entschloss sich obwohl ungernden Weg durch die Freigrafschaft und Burgund einzuschlagen(12. März 1569). Er führte etwa 17000 Mann und einige Artil-lerie und hatte zu seinem Glück erfahrene Kriegsleute bei sich,wie den Grafen Volrad von Mansfeld und die nassauischeii BrüderWilhelm und Ludwig; das erwartete Heer Oraniens war freilich aufeine kleine Truppe zusammengeschmolzen. Unterwegs kam dieNachricht von der unglücklichen Schlacht bei Jarnac und der Er-mordung des Prinzen von Conde; die Gegner hofften, Wolfgangwerde diese Gelegenheit ergreifen, um sich vom König mit einertüchtigen Geldsumme den Rückzug abkaufen zu lassen. 2 ) Wirklichfertigte er einen Gesandten an das königliche Hoflager ab, deraber wider Erwarten nur eine Motivirung des pfälzischen Kriegs-zugs nebst der Bitte um Religionsfreiheit für die Hugenotten brachte.Der Hof war wütend ; Katharina von Medici sagte dem Gesandtenins Gesicht: „Euer Herr hat da dem König eine Schrift zugeschickt,so schmutzig, so unflätig, so unverschämt wie möglich. — Das istja ein wahres Cartell und eine Franziskanerpredigt." Sie entliessihn mit Schmähungen überhäuft, aber nicht ohne deutlichen Wink,
1) Alba an Philipp, 30. Jan., 11. März, 4. April, 31. Mai, an Alava29. März 1569 ; vgl. auch das Gespräch Alba's mit einem französischenAgenten 19. Febr. 1569 (Colleccion XXXVII, 541; 564 ff.; XXXVIII,10/11; 41 ff.; 52 ff.; 100 ff.). Ueher das französische Misstrauen gegenAlba vgl. ein Memoire La Mothe's vom Nov. 1569 (La Mothe II, 354).
2) Petrucci an Franz von Medici, 11. April 1569 (Desjardins, Ne-gociations dipl. de la France avec la Toscane III, 588); Alba an Albrechtvon Baiern, 5. Mai 1569 (Ma. 284/12 f. 189). Vgl. auch La Mothe I, 362