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der Vorschlag nicht weit genug ging, vor Allem der Beitritt Eng-lands unerlässlich schien, trug Christoph von Würtemberg Bedenken,mit dem Kurfürsten Friedrich, diesem „antesignano Zwinglianaedoctrinae", zusammenzugehen und sich in Kriegsgefahr zu begeben.Kursachsen wollte gleichfalls nicht recht daran und den Schutz desReichs lieber in der bestehenden Kreisverfassung suchen. Als end-lich selbst August eine geheime Confereuz evangelischer Fürsteilsich gefallen Hess, erhob sich von verschiedenen Seiten Widerspruch.Brandenburg verlangte die offene Besprechung der ganzen Frageauf einem Reichstag und Kurfürst Friedrich erklärte, der persön-liche Besuch eines Fürstentags sei ihm augenblicklich unmöglichund er schlage eine baldige Zusammenkunft aller, auch der geist-lichen Kurfürsten vor. 1 ) Schliesslich kam nicht einmal diese zuStand, da der Kaiser eben einen neuen Deputatioustag ausschreibenHess.
Friedrichs plötzliche Weigerung, sich ausser Lands zu begeben,ist auf eine von Westen drohende Kriegsgefahr zurückzuführen, diewieder mit den unausgesetzt und auf eigene Faust betriebenenUnionsbestrebungen der Pfälzer zusammenhing. Seit Anfang 1568bemühten sich die Heidelberger England als die unentbehrlicheStütze für eine gemeinsame protestantische Defensive zu gewinnendie im Feld stehende Armee Johann Casimirs sollte mit englischemGeld verstärkt und zu einem weiteren christlichen Uuternehmengebraucht werden, wobei man jedenfalls an die Niederlande dachte. 2 )Aber obwohl der pfälzische Gesandte bei den „Grossen" günstigeAufnahme fand, so widerstrebte doch Elisabeths damalige Stimmungjedem Bündniss mit dem Calvinismus, dessen Fortschritte in ihremeigenen Land sie lebhaft bedauerte und fürchtete; noch im Sommerhat sie Alba's Sieg bei Jemmingen offiziell auf das Freudigste be-grüsst und von den geschlagenen Rebellen mit bitterer Verachtung
1) Kl. II, 237; 263/4; 284^5, wo zuerst auf Friedrichs schliesslicheBedenken gegen den Fürstentag aufmerksam gemacht wird; Kugler II,524 ff. Ueber Friedrichs Misstrauen gegen Würtemberg vgl. Friedrichan Wilhelm 8. Dez. 1568 (Neudacker II, 138).
2) Leider ist das Material für die Verhandlungen der Pfälzer mitEngland hier wie auch in späteren Jahren sehr fragmentarisch ; von denzahlreichen und wichtigen Gesandtschaften Friedrichs und Johann Casi-mirs finden sich in den deutschen Archiven so gut wie gar keine Be-richte und Correspondenzen. — Vgl. das „Bedenken" Kl. II, 211 A. 1,wonach Friedrich auch um Geld zu seiner eigenen Verteidigung bat.