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1 (1882) 1576 - 1582
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beim Kaiser förmlich zu desavouiren, ein Rat, den zu befolgenLudwig sich doch schämte. 1 ) In seinem Verhältniss zu Uranienzeigte Wilhelm noch augenfälliger diesen unedeln Zug. Er hatte~im Juni 1568 mit Pfalz zusammen die Unterstützung des oranischenFeldzugs bei Kursachsen beantragt. Einen Monat später, als dasniederländische Heer bei Jemmingen von Alba geschlagen wordenwar, wies er die Bitte des bedrängten Prinzen um Geld und Ueber-lassung eines hessischen Obersten schroff zurück und überhäufteihn mit Vorwürfen, dass er gegen seinengütigen und mildenKönig" die Waffen ergriffen habe. 2 )

Aber er war doch zu sehr Politiker, um die Gefährlichkeitder katholischen Reaktionsgelüste und der protestantischen Zer-rissenheit zu übersehen. Er hasste und fürchtete daszänkischPfaffengeschwätz", dievorwitzigen Theologen" mit ihrenun-nötigen Disputationibus und Spaltungen", die nicht nur die kirch-liche, sondern auch die politische Stellung der Evangelischen schwererschütterten. Demgemäss beförderte er eifrig die sächsisch-pfälzi-sche Familienverbindung; gleichzeitig trat er selbst vor seine prote-stantischen Mitstände mit einem fertigen Unionsentwurf, der fürden Fall eiDes fremden Angriffs die Aufstellung eines beträchtlichenBundesheers (9000 Reiter und 75 Fähnlein Knechte, nebst Geschütz)ermöglichen sollte. Die Stelle des Bundesobersten war Kursachsenzugedacht, eine Verbindung mit dem Ausland vorerst in den Hinter-grund gerückt; dagegen hätte Wilhelm den Anschluss katholischer,geistlicher Reichsstände 'gern gesehen. 3 ) Aber so eindringlich dieTriumphe Alba's, der Widerruf des Friedens von Lougjumeau unddie fortdauernden Gerüchte von dem papistischen Bund für dashessische Projekt sprachen, so überwog doch bei der Mehrzahl derdeutschen Fürsten die hergebrachte Scheu vor energischen Maß-regeln und die confessiouelle Engherzigkeit. Während den Pfälzern

1) Kl. n, 132 A. 1; 172; Prinsterer. I. 3 164. Das Urteil Kl. (II.p. XLII):auf Wilhelm konnte der Kurfürst mit Sicherheit zählen"geht entschieden zu weit.

2) Vgl. die sächsische Erklärung vom 18. Juni (Kl. II, 224) undWilhelms Sehr, an Oranien vom 27. August, nebst der hessischen Instruk-tion vom 28. Juli 1568 (Prinsterer I. 3, 273 ff.; 286 ff.). Eine gute Cha-rakteristik desweisen- 1 Landgrafen bei Prinsterer, I. 4, XXIX/XXX.

3) Ein Auszug des hessischen Entwurfs (nach einerVerzeichniss"vom 13. August 1568) bei Heppe II, 187 ff. Kf. Friedrich spricht voneinemdiscours" des Landgrafen (an Wilhelm 8. Dez. 1568, Neudecker,Neue Beiträge zur Gesch. der Ref. II, 137).