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gegen das Haus Oesterreich sich gewinnen lassen. Diese- Anklageübertreibt freilich zweifellos, aber ebenso gewiss hat die besprocheneEntfremdung zwischen Sachsen und dem Kaiser ein paar Jahrelang dem deutschen Protestantismus einen festeren Halt verliehen,Kurpfalz aus der gefährlichsten lsolirung befreit und den auswärtigenEvangelischen wenigstens mittelbar Vorteil gebracht. 1 ) Dass demPfalzgrafen Johann Casimir und der sächsischen Prinzessin ihreVerbindung zum schweren Unheil geworden ist, dass August seinedamalige Politik später als eine traurige Verirrung und ihre Ver-treter als treulose Schurken gebrandmarkt hat, das konnte diegünstigen Wirkungen dieser wenigen Jahre der Eintracht nichtmehr ganz aufheben.
Obwohl die sächsisch-pfälzische Verlobung im Ausland als eineDemonstration gegen die päpstlich-spanische Politik aufgefasst wurde,so hat doch in Wahrheit nicht Kurfürst August sich den Plänender Heidelberger Staatsmänner angeschlossen, sondern umgekehrtKursachsen die Pfälzer ins Schlepptau genommen und von einerenergischen Verfolgung ihrer unionistischen Ziele abgehalten. Augustwollte eben die Bewegung, die sich von den Niederländen und vonFrankreich aus dem Keich mitgeteilt, bemeistern und als Führerder protestantischen Hälfte von Deutschland jeder Friedensstörungvon Seiten der eignen Partei wie der Katholischen vorbeugen. Deninternationalen Kampf des alten und neuen Glaubens meinte ermit dem Buchstaben des Religionsfriedens und der Reichssatzungenbeschwören und am Ueberschreiten der Reichsgrenzen hindern zukönnen.
Die Pfälzer selbst erscheinen nach dem Ausgang ihres fran-zösischen Zugs etwas abgekühlt; sie wollten zunächst die Unions-projekte, die sie immer noch hegten, im Reich nicht mehr unmittel-bar vertreten, um nicht in den Verdacht einer „neueu Conspiration"
1) Die Auffassung Ritters (a. a. O. p. 355), dass gerade- damalsdie schärfere Sonderung der sächsischen und pfälzischen Politik ihrenAnfang genommen habe, vermag ich durchaus nicht zu teilen. Kl. Dar-stellung (Fr. p. 335; 341 ff.) trifft gewiss das Richtige. Allerdings musstesich in den Jahren des Einverständnisses die pfälzische Politik dersächsischen unterordnen, aber um den Preis dieser Unterordnung gewährteAugust den Heidelbergern seinen Schutz. Auf das unleugbar veränderteVerhältniss zwischen "Wien und Dresden, das erst im Jahr 1573 wiederdie alte Vertraulichkeit annimmt, legt Ritter offenbar zu wenig Gewicht.