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ältesten Tochter Augusts zu verheiraten. Die Spanier aber Hessensich nicht darüber täuschen, dass eine so uuvvahrscheinliche Com-bination nur den Zweck hatte, auf den Wiener Hof einen Druckauszuüben. August selbst muss, seinen späteren Klagen zufolge,in dieser Eichtung Verdacht geschöpft haben, und zwar vor demSommer 1568.') Denn im Juni dieses Jahrs begannen die Ver-handlungen über eine Verbindung seiner ältesten Tochter Elisabethmit dem Pfalzgrafen Johann Casimir. 2 )
Der erste Gedanke ging von Friedrich aus, der schon seitdem Augsburger Reichstag seinen zweiten Sohn in Dresden wieder-holt so warm empfohlen hatte, dass man die Absicht nicht miss-
; verstehen konnte. Endlich Hess er durch Ehern, der in Sachen.Oranieus und eines protestantischen Convents nach Sachsen ging,
//'ganz insgeheim um Elisabeth werben. Der Kurfürst hielt vorsichtigzurück, vor Allem wegen des confessionellen Gegensatzes, der aberdurch den vermittelnden Einfluss des sächsischen Rats Cracov, dergemässigten Wittenberger Theologen, des Landgrafen Wilhelm, wennauch nicht ausgeglichen, so doch verdeckt wurde. Schon im Augustwar das kurfürstliche Elternpaar entschlossen es mit dem jungenPfalzgrafen zu wagen, der nach der Versicherung Wilhelms von
1) In einem Sehr, des französischen Gesandten Vulcob , Wien3. August 1570, heisst es, der Kurfürst habe imGespräch mit dem GrafenvonBarby, der eine Verbindung mit Aleneon anregte, erinnert an „d'autrespropos de mariage, qu'il dit luy avoir este tenuz par aueuns ministres deV. M. — ne dissimülant point au-dit conte le mescontentement qu'il enavoit eu, d'autant qu'iceux propos n'avoient depuis este suiviz". Am10. Okt. schreibt dann Barby an Vulcob, der Kurfürst hege einen Ver-dacht gegen K. Katharina „touchant sa premiere fllle" (Pb. 500 de Col-bert 397). Am 18. Juli 1574 schreibt der venezianische Gesandte Tronaus Wien, man erkläre das Verhalten des Kurfürsten gegen K. Heinrich„per sdegno chi tiene con S. Christma M., che li diede speranza di tuorla figliuola, la quäl di poi [fu?] aecompagnata con Oasimiro — et limancasse". Ven.Cop.). — Ueber Baierns Absicht, anstatt der ketzerischenSächsin eine von seinen Töchtern mit Karl IX. zn vermählen, vgl. SimonEck an Cardinal Otto Truchsess (1568, undatirt, Ma. 284/12) und Wimmerp. 100 ff.
2) Noch während des französischen Feldzugs waren verschiedeneGerüchte von Johann Casimirs Heiratsplänen aufgetaucht; man sprachvon seiner Verbindung mit der jungen und schönen Herzogin-Wittwevon Nevers (!), eine Zeitlang von seiner unmittelbar bevorstehendenHochzeit mit K. Elisabeth von England (Depeschen des venezian. Ge-sandten in Wien 1. 15. April, 9. 16. Sept. 1568, Ven. Copp.).