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genug gewesen, August einmal als Verbündeten Oraniens zu be-zeichnen. 1 ) Längst hatten Alba und der Gesandte in Wien gedroht,man müsse den deutschen Fürsten ihre Neigung zu unbefugter In-tervention gründlich austreiben. Jetzt schlug Granvela dem Königvor, er solle einfach das linke Rheinufer wegnehmen; ein Vorschlag,der freilich selbst in Madrid Bedenken erregte, doch dachte manan ein Offensivbündniss mit den katholischen Reichsfürsteu und vorAllem an die Beseitigung des sächsischen Einflusses. Granvelameinte, man könnte den Kaiser durch seine Gemahlin, PhilippsSchwester, ernstlich auf den Glauben bringen, dass August nachder Königskrone trachte. Auch der Plan, einen Hauptgegner desKurfürsten, den seit den Grumbachischen Händeln gefangenen Albrechtvon Eosenberg zu befreien und in spanische Dienste zu nehmen,wird besprochen. Schon wagte der spanische Gesandte in Wienselbst dem Kaiser gegenüber die Sache Rosenbergs zu vertreten,ja sogar die Rechtmässigkeit der Exekution gegen Johann Friedrichin Frage.azu ziehen; der unglückliche Herzog sei entfernt nicht soschuldig gewesen wie Oranien und eigentlich dem Hass Kursachsensgeopfert worden. 2 )
Nun musste noch ein Heiratshandel den Kurfürsten August inein gespanntes Verhältniss nicht nur zu Spanien, sondern auch zumKaiser und zu Frankreich bringen und zu einem höchst auffälligenSchritt veranlassen, der einen förmlichen Bund zwischen Dresdenund Heidelberg zu bezeugen schien. Seit Jahren strebte der fran-zösische Hof nach einer Familienverbindung mit dem Kaiser, währendSpanien dieselbe um jeden Preis zu hintertreiben suchte. Als Gegen-zug benützten wieder die Franzosen das Projekt, ihren jungenKönig, falls das Haus Oesterreich Schwierigkeiten mache, mit der
1) Dietrichstein an Philipp II., 23. Aug. 1568 (ColeccionXXXVII,362).
2) Chantonay an Alba, 18. 25. Sept. 1568 (Coleccion XXXVII,437 ff.); Granvela an Philipp II, 3. Nov. 1568; 10. Jan., 22. April 1569;Philipp an Granvela, 12. März 1569 (Gachard II, 46; 54; 72/3; 84).Ucbrigens war bereits zu Anfang 1568 in Spanien das Gerücht verbreitet,der Convent zu Fulda sei von den Kurfürsten aus eigner Initiative „proeleotione regis Romanorum" angesetzt (Sehr, aus Madrid 5. Febr. 1568,Ma. 229/1). Auch Dietrichstein spricht in dem citirten Sehr. (Col. a. a. O.360) von den Praktiken vornehmer Reichsstände: „se teme que podrianrosultar en que tratasen tambien de hacer eleccion de rey de Romanos" ;im Nov. 1568 berichtet der Kanzler des Bischofs von Strassburg, inHeidelberg werde über die Wahl eines römischen Königs ohne die Geist-lichen und katholischen Fürsten verhandelt (Ma. 230/3 f. 55).