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mit der ältesten Kaisertochter eröffnet, überdies nach dem Ablebendes Infanten Don Carlos sogar die Möglichkeit einer Successiondes Erzherzogs Rudolf angedeutet wurde, beeilte sich Maximiliander formell sehr trotzigen Werbung seines Bruders in Madrid dieSpitze abzubrechen; er stellte sie als eine leere Demonstration hin,die ihm von den Fürsten aufgenötigt worden sei. Philipps offizielleAntwort fiel so schonungslos aus, dass der Kaiser es gar nichtwagte sie den Kurfürsten in ihrem ursprünglichen Wortlaut vorzu-legen ; für die elende Auskunft eiuer Textfälschung, die er sichgestattete, musste er noch eine wohl verdiente Zurechtweisung vonSeiten seines künftigen Schwiegersohns hinnehmen. 1 ) Wenn KurfürstAugust, veranlasst durch die kaiserlichen Concessionen an die öster-reichischen Lutheraner, damals darauf zurückkam, dem Kaiser dasoffene Bekenntniss der A. C. ans Herz zu legen, so war er in einergründlichen Täuschung befangen. Die energische Aufforderung,Maximilian möge endlich mit den Protestanten vereint, die Landund Leute für ihn einsetzen würden, dem „abgöttischen Mönch zuRom" Trotz bieten, spricht dafür, dass es der Kurfürst ernstlichmeinte. Friedrich dagegen, durch Erfahrung belehrt, folgte zwardem sächsischen Beispiel, konnte aber die Besorgniss nicht unter-drücken, dass der leidige Satan mit allen Mitteln „das angezündeteFünklein zu löschen" sich bemühen werde. In der Tat bewährtesich mehr als je das harte Urteil, welches Pius V. über den Kaiserfällte, „dass Mund und Herz weit genug von einander seien." 2 )
Trotz aller Selbsterniedrigung des Kaisers bewirkte doch dieSendung des Erzherzogs, die Weigerung Oranien in die Acht zutun und die" Verständigung mit den österreichischen Protestantenin Spanien eine tiefe Verstimmung. Philipp II. erklärte das Be-nehme, seines Vetters in der niederländischen Frage für feindselig,den Religionshandel für eine Schande und liess als einzige not-dürftige Entschuldigung die Machtlosigkeit des Kaisers gelten. 3 )Um so stärker richtete sich der Unwille der Spanier gegen dieprotestantischen Reichsfürsten und in erster Linie gegen Kursachsen,auf dessen unheilvollen Einfluss sämmtliche Verirrungen der WienerPolitik zurückgeführt wurden. Der Kaiser selbst war unvorsichtig
1) Vgl. über den ganzen Verlauf dieser Intercessionsgeschichte Kl.Fr. p. 330 ff. und namentlich Ritter p. 339 ff.
2) Areh. f. aächs. Gesch. III, 335/6; Kl. II, 265/6; 272 ff. DieAeusserung des Papstes bei Wimmer a. a. 0. p. 72.
3) Philipp II. an Alba, 18. 29. Okt. 1568 (Coleccion XXXVII, 469;485/6.)