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„Pfaffen" abgeworfen, wie Ehern klagt.') Aber der Beitritt Sach-sens gab der Sache wieder mehr Nachdruck. August, der nur aufdie Initiative der rheinischen Kurfürsten gewartet hatte, war ent-schlossen, den Kaiser der spanischen Frechheit gegenüber nichtlänger „so gar still sitzen" zu lassen. Die sächsischen Intercessionenzu Gunsten Oraniens erregten längst den Unwillen der Spanier.Jetzt erschien (September 1568) eine Gesandtschaft sämmtlicherKurfürsten, verstärkt durch Abgeordnete einiger protestantischerFürsten, in Wien und neben ihrer etwas allgemein gehaltenenWerbung musste ein besonderes Anbringen im Namen Sachsensund Brandenburgs den Kaiser davon überzeugen, dass die bedeu-tendsten Reichsstände es wirklich ernst meinten. Dieser Neben-vortrag verlangte gebieterisch die Entfernung der spanischen Truppenaus der Nachbarschaft des Reichs, für welches sie gefährlicherseien als Türken und Moskowiter; er betonte die Zugehörigkeitder Niederlande zum Reich und forderte den Kaiser geradezu auf,für die Wahrung der deutschen Interessen sogar mit Waffengewalteinzutreten, wobei die gesammten Stände mit Leib und Gut zuihm stehen „und also pro patria, focis et aris im Fall der Notmannlich streiten würden." 2 )
Die Gesandten fanden am Kaiserhof das freundlichste Ent-gegenkommen und die einfiussreichsten Persönlichkeiten „bös spa-nisch"; namentlich der Kriegsoberst Lazarus von Schwendi, obwohlselbst Pensionär Philipps II, vertrat sehr lebhaft die Entfernung derspanischen Truppen, wies aber zugleich auf die Rücksichten hin,die dem Kaiser ein tätliches Vorgehen gegen den König unmöglichmachten. 3 ) Maximilian selbst war in seiner entschiedenen Verur"
1) In einem Sehr, vom 30. Juni 1568 (an wen? Mb. 108/4 f. 1245)setzt August gegenüber der Untätigkeit des Kaisers, an dessen Hof übri-gens die Stimmung zu Ungunsten Spaniens gewechselt habe, seine Hoff-nung auf einen Tag der rheinischen Kurfürsten zu Oberwesel (4. Juli).Es kam aber nur zu einem Convent von Pfalz und Mainz zu Oppenheim,wobei Mainz ohne die andern Geistlichen sich in nichts einlassen wollte(Kl. II, 222; 233). Erst Ende Juli erfolgte dann der Zusammentritt vonPfalz, Mainz, Köln und den trierischen Abgeordneten zu Bacharach.
2) Ritter a. a. O. 341 A. 130.
3) Kl. II, 253/4 ; über die antispanische und antirömische Haltungvon Schwendi und Zasius vgl. F. Wimmer, Vertraul. Briefwechsel desCardinais Otto Truchsess mit Albrecht V. (Augsb. 1851) p. 58; 62; 72 ff.;die Sehr. Chantonay's an Alba vom 18. Sept. 1568 und Philipps II. anAlba vom 14. 29. Okt. 1568; 10. 12. Jan. 18. Febr. 2. März 1569 (Colec-cion XXXVII); Philipp II. an Granvela 12. März 1569 (Gachard II, 72).