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1 (1882) 1576 - 1582
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Die französische Regierung bekam jetzt selbst die Früchte ihrergegen Spanien gerichteten Hetzereien zu kosten. Zwar die Mehr-zahl der protestantischen Fürsten sah mit Ungunst auf dasre-bellische" Vorgehen der Hugenotten, aber für die HeidelbergerPolitiker war der Augenblick gekommen in dem grossen Kampf umdas Evangelium ihre Rolle zu übernehmen. Kurfürst Friedrichrausste nach allem Vorhergegangenen von selbst auf den Gedankengeraten,dass die Glocken in Frankreich und den Niederlandenzusammenschlagen", dass die Unterstützung der Hugenotten nichtnureine gottselige Sache", sondern zugleich ein Akt der Notwehrsei. Jedenfalls wird Johann Casimir die Zustimmung des Vatersmit leichter Mühe erhalten haben, als er ihm mitteilte, er sei be-reits Conde und seiner Partei gegenüber derart gebunden, dass ernicht mehr mit Ehren zurücktreten könne. Der-junge Pfalzgrafwar schon seit einiger Zeit in seinem Tatendrang kaum mehr zubändigen; selbst Grumbach und Johann Friedrich hatten nochwährend der Belagerung von Gotha auf seinen Beistand gezähltund Kurfürst Friedrich musste ihm wenigstens versprechen, ihnkünftig von einemehrlichen Zug" nicht mehr abzuhalten. 1 ) Nebender Sympathie für die fremden Glaubensgenossen und neben derBesorgniss vor der papistischen Reaktion mag auch Friedrich ins-geheim dem Wunsch Raum gegeben haben,filium gross zu machen.'So dachte und äusserte sich wenigstens der bedeutendste Heidel-berger Theolog Ursinus, der allerdings zu einer düstern Auffassungder Dinge neigte, aber die schwachen Seiten der neuen pfälzischenPolitik sowie die Abhängigkeit des Kurfürsten von den jüngerenRäten ganz richtig erkannte. Uebrigens scheinen auch die huge-nottischen Unterhändler schon im Anfang etwas misstrauisch ge-worden zu sein; sie fürchteten eine gar zu starke Hülfsarmee undsuchten die Werbungen einzuschränken, wogegen die Pfälzer be-merkten, sie müssten ja zugleich an ihre eigne Sicherheit denken. 1 )

1) Kl. II, 121 ff.; 139; 149; über Johann Friedrichs Versuche undHoffnungen, Johann Casimir für seine Sache zu gewinnen, Ortloff II, 28; III,442. Noch im französischen Zug suchte einer der Aechter, Ernst vonMandelslohe, wiederholt mit J. C. in "Verbindung zu treten, Lang. Are.I, 35 ff. Ueber einen Versuch Grumbachs (1564/5) den Bruder Frie-drichs Pf. Georg von Simmern durch Vermittelung einer Heirat mit einerSchwester des Königs von Polen zu gewinnen, vgl. Ortloff II, 175/6.

2) Pfalz. Protokoll vom 21. Okt. 1567 (Ma. 544/6 f. 274; die Pfälzerihrerseits finden die Franzosen nicht zuverlässig:Nota, sie haben an-fangs Xm reuter begert, auch Pfalz 40000 cronen angebotten, derselben