Druckschrift 
1 (1882) 1576 - 1582
Entstehung
Seite
21
Einzelbild herunterladen
 

21

die A. C. Verwandten sollten zusammenhalten, sonst würden siebald zerrissen wie ein Hasenbalg. 1 ) Und von allen religiösen Motivenabgesehen war man längst daran gewöhnt Deutschland als das Ob-jekt der ehrgeizigen Staatskunst Spaniens und Frankreichs zu be"trachten; Friedrich hegte den Verdacht, die beiden mächtigenEivalen hätten bereits ihre Teilung über das Reich gemacht.Die schmählichen Dienstverhältnisse, die eine Reihe deutscherFürsten und Herren mit den ausländischen Kronen verbanden,untergruben das gegenseitige Vertrauen der Stände fast ebensosehrwie die religiöse Zwietracht; wer nicht offen Pension bezog, demsagte man es wenigstens insgeheim nach, ein Schicksal, dem sogarKaiser Maximilian nicht entgangen ist. 2 )

Tatsächlich hatten Frankreich und Spanien zwar nicht dasReich unter sich geteilt, wohl aber die Sympathien der Reichsstände.Nicht auf das Einverständniss, sondern auf den Gegensatz der beidenMächte bezog sich gerade jene Flugschriftvon der verborgenenBündniss", die zweifellos französischen Ursprungs und auf die gleich-zeitigen Verhandlungen mit den deutschen Protestanten berechnetist. 3 ) Schon im Frühjahr 1567 liess die französische Regierungden Vorschlag einer Conföderation an ein paar evangelische Fürsten

1) Kl. II, 69. Nach dem Fehlschlagen des Plans gegen Friedrichhatte damals der Kaiser sogar vertraulich an Baiern geschrieben , damitsei die Umwandlung des Luthertums in den Zwinglianismus hereits be-siegelt; die Lutheraner seien ganz verblendet,transeant cum ceteriserroribus, wiewol es zu grob ist" (Kl. Fr. p. 255).

2) Vgl. den Brief Languets aus Paris vom 12. Dez. 1564 (Are.in, 302).

3) Auszüge der ,,Verbündniss zu ussreitung der Hugenotten undLuterischen" hei Koch II, 1357 und Kl. II, 50/1. Ueber die wirkliche

Absicht des Papstes, Spanien, Frankreich, den Kaiser und andere Fürstenzu einem Bund gegen die Türken* zu vereinigen, sowie über FrankreichsAbneigung vgl. einen Br. Dietrichsteins aus Madrid vom 10. März 1567bei Koch I, 180 ff. Die mündlichen Mitteilungen der französischen Ab-gesandten stimmten mit jenem Pamphlet überein, das auch in französischerSprache umlief (Kl. II, 8 ff.; 52/3; 67 ff.; 87 ff.). "Viehauser spricht am9. April (s. o.) die Vermutung aus , dass die Nachtigall aus Heidelbergstamme und ebendaherauch die confoederation Caesaris, regis et ponti-ficis, so französisch gemacht, vielleicht umb minder verdacht^willen, kommen mag;" doch möge vielleichtder fromme, hetruebt undverwierte churfürst" nicht viel "Wissens darum haben. Koch (I, 134193) schreibt dagegen die Urheberschaft ohne Weiteres dem Kf. Frie-drich zu!