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1 (1882) 1576 - 1582
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und weltmännische Habsburger ohnedies nie empfunden haben;es ist sehr bezeichnend, dass er kurz vor dem Reichstag dem spa-nischen Gesandten sagte,der Pfalzgraf sei mehr dumm als bös-artig", und eine erbauliche Geschichte über Friedrichs nächtlichesBibelstudium beifügte.*)

Die ausdrückliche Forderung des Papstes, endlich gegen denPfälzer Ernst zu gebrauchen, 2 ) mochte Maximilians Entschluss be-festigen, aber sie hat ihn nicht erst hervorgerufen. Auch ändertesich seine Gesinnung gegen Friedrich keineswegs, nachdem seinPlan auf dem Reichstag gescheitert war. Maximilians hinterlistigesVorgehen, die anfangs gelungene Ueberrumpeluug der lutherischenReichsstände, die berühmte Verteidigungsrede des frommen Kur-fürsten vor Kaiser und Reich, das Alles kann hier nur berührtwerden. Nicht das höchst ehrenwerte und männliche Festhaltenan seinem Bekenntniss hat Friedrich gerettet, wie man meist an-genommen hat. Auf den Kaiser machte die vielberufene Szenevom 14. Mai gar keinen Eindruck; wie er vorher daran gedachthatte, die gefährliche Stimmung der Reichsritterschaft als Waffegegen den Pfälzer zu gebrauchen, 3 ) so fuhr er nachmals fort die

1) Granv. IX, 618 ; 620. TJeber Friedrichs Stellung zur Wahl Ma-ximilians Kl. Fr. p. 190 ff.; Kugler II, 278 ff. Vgl. auch die MitteilungLanguet's aus Paris, wonach pfälzische Agenten dort behauptet hätten, dergrösste Teil der Kurfürsten sei bereits für die Wahl Philipps II. gewonnen(Are III, 200), in dieser Fassung keinenfalls richtig. Dagegen sprichtvon den französischen Bemühungen um Pfalz, die Kl. I, 244 A. als nichterwiesen bezeichnet, auch ein Brief Selds an Albrecht von Baiern vom18. Dez. 1561 (Ma. 229/5 f. 258).

2) Thuanus, hist. sui temporis XXXIX. 7; Gabutius, Vita Pii V.p. 45 ff.; gegen die Einwürfe des Laderchius (Annales eccles. XII, 85 ff)vgl. Köhler in den Jahrb. f. deutsche Theologie XXIII (1878), 578 A.Maximilian selbst sagte dem venezianischen Gesandten, der Papst habeihm durch Commendone seinen Willen kundgetan,che in ogni modos'annullasse il trattato generale che e per tutta Germania della pace perconto della religione" (Giov. Michiel an den Dogen, Wien 28. Nov. v 1566,Ven. Oop.). »

3) Schon im Jahr 1562 hegte Friedrich ernstliche Besorgnisse vorder Übeln Stimmung des Adels, die von den Papisten gegen die evan-gelischen Fürsten ausgebeutet werde, Kl. I, 263; 355; in den Jahren1565 und 1566 trat dann der Kaiser in Verbindung mit der schwäbischenRitterschaft, die sich über Friedrichs Versuche, dem Adel seinever-wirrte Religion" aufzunötigen, heftig beschwerte, vgl. ebd. 685 ff.; Archi-val-Urkunden und Documenta ad causam equestrem II, 55/6; 60; überfürstenfeindliche Aeusserungen des Adels schon im J. 1559 ebd. 19. .