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entschlossen, als von dieser Bedingung seine Wahl zum römischenKönig abhing. Er wusste fortan seine persönlichen Anschauungenund die Forderungen der habsburgischen Politik so scharf zu trennen,dass er, im Gegensatz zu früheren günstigen Beurteilungen, geradezuder Heuchelei beschuldigt werden muss. Seiner Regierung stellteschon im Jahr 1564 ein venezianischer Gesandter das zutreffendePrognostikon, wie der eifrig katholische Ferdinand die Protestantengeschützt habe, so werde Maximilian, obwohl innerlich evangelischgesinnt, die Interessen des Katholizismus wahren. 1 ) Sein ersterReichstag liefert den schlagendsten Beweis für diese Doppelnaturdes Kaisers. Während er dem Kurfürsten von Sachsen vertraulichgestand, er halte nichts von der Messe und würde am Liebstenschon jetzt der ganzen Abgötterei ein Ende machen, 2 ) suchte erdurch gewaltsame Unterdrückung des pfälzischen Bekenntnisses demdeutschen Protestantismus einen tötlichen Stoss beizubringen.
Man hat allerdings mit Recht darauf hingewiesen, dass in diesemFall Maximilians persönliche Vorliebe für das Luthertum mit denrein politischen Erwägungen zusammengetroffen sei. Doch habendie letzteren gewiss den Ausschlag gegeben und dem scharfen Ver-stände des Kaisers kann es unmöglich entgangen sein, dass mitdem Gelingen seines Planes die protestantische Partei, ohnediesdurch den Zwist der sächsischen Häuser geschwächt, noch mehrzerrissen, den Anhängern einer katholischen Reaktion dagegenmindestens ein moralischer Triumph bereitet wurde. Aber er be-kämpfte in dem Pfälzer einmal den Calvinismus als gefährliche■^ politische Doktrin ,l^dann die reichsfürstliche Opposition gegen dashabsburgische Kaisertum. Dass die Lehre Calvins einen Spiritusseditiosus in sich trage und zu Revolution und Blutvergiessenführen müsse, galt schon damals ihren sämmtlichen Gegnern alsausgemachte Sache.» Ausserdem hatte aber Maximilian sicherlichnicht vergessen, dass Friedrich allein unter allen Kurfürsten seinerWahl ernstlich widerstrebt hatte, dass er „dem Haus Oesterreichdas Kaisertum aus der Hand destilliren" oder mindestens an be-schwerliche Bedingungen knüpfen wollte. Tiefere persönliche Sym-pathien für den gar zu theologischen Pfälzer kann der geistreiche
1) Maurenbrecher in der historischen Zeitschrift XXXII, 296; übereine angebliche Zusage des Kaisers an den Papst, alle Zwinglianer undCalvinisten zu verbannen (schon 1564) vgl. Kl. I, 534 A. 1.
2) Archiv für sächs. Geschichte III, 335; vgl. Kl. Fr. 464/5.Ueber Maxim. Missbilligung des Heidelberger Katechismus gleich nachdessen Erscheinen vgl. Kl. I, 398/9.