YI Vorrede.
(Colbert, Dupuy, Lorraine, welch letztere ich leider nicht ein-gesehen habe, u. s. w.) enthalten, geradezu unerschöpflich.Dass zu Paris noch anderwärts Stoff zu finden wäre, zeigt z. B.eine Bemerkung Gillet's (Crato I p. IX) über Briefbände derBibliotheque S. Genevieve. Stücke der Correspondenz JohannCasimirs mit Conde befinden oder befanden sich nach einerMitteilung der France protestante (II, 465 A. 1) in derBibliothek der Abtei S. Vincent zu Besancon; pfälzische Briefesind sogar mit andern deutsch-französischen Correspondenzenjener Periode in die Petersburger Bibliothek verschlagen worden(Archives des missions scientifiques III. 2, 430). WelcheAusbeute London für die Geschichte der deutsch-protestan-tischen Politik zu gewähren vermöchte, zeigen die letztenBände der Foreign Series des Calendar of State Papers (Reignof Elizabeth). Vielleicht würden auch in Brüssel und im Haagnoch manche Ergänzungen aufzutreiben sein, obwohl geradedie belgisch-niederländische Forschung sich der betreffendenPeriode längst mit besonderer Vorliebe zugewendet hat; überden Mangel an Correspondenzen zwischen Oranien und JohannCasimir wunderte sich bereits Gachard (Corr. de Guillaume IV,91 A. 1).
Bei dieser Verfassung des Quellenmaterials bedarf es wohlkaum der Entschuldigung, dass auch Schriftstücke aufgenommenwurden, die zwar nicht unmittelbar die Geschichte der pfälzi-schen Politik betreffen, dafür aber die Stellung des deutschenProtestantismus im Reich und dem Ausland gegenüber besserbeleuchten, als die lückenhaften pfälzischen Documente es ver-mögen. Dies gilt in erster Linie von der politischen Corre-spondenz des Kurfürsten August von Sachsen, von welcher inDresden, Wien, Paris und München sich wenigstens ein ge-wisser Ueberblick gewinnen liess; eine völlige Klarlegung wäreallerdings erst durch eingehendere Forschungen in Dresdenund aller Wahrscheinlichkeit nach in Kopenhagen und Berlinzu erreichen. Auf die italienischen Verbindungen des Wet-tiners genügt es mir zunächst aufmerksam gemacht zu haben.Die Benützung der bairischen Archivalien wird im zweitenBand (gelegentlich des kölnischen Kriegs) noch unerlässlichersein als im ersten. Auf die Depeschen der venezianischen