Vorrede. V
nungen auf reiche Ausbeute im Lauf der Arbeit immer be-scheidener wurden, daran trägt die Hauptschuld der arg ver-kümmerte Bestand der ehemaligen pfälzischen Archive, die jaseit dem XVII. Jahrhundert wiederholt allen erdenklichenFährlichkeiten preisgegeben waren. Kluckhohn hat (Briefe Ip. VI; XXXIII ff.) hierüber ausführlicher berichtet und ichkann seine Klagen nur in gesteigertem Mass wiederholen. VonJohann Casimirs auswärtiger Correspondenz, von den Brief-wechseln, Instruktionen, Berichten seiner diplomatisch tätigenKäte finden sich nur Fragmente in einigen Faszikeln des hie-sigen Staats- und Reichsarchivs. Fast ganz verloren sind dieVerhandlungen mit England, den Niederlanden, der Schweiz;aber auch der Verkehr mit Frankreich weist bedenkliche Lückenauf. Von dem „sonderen Protokoll" Beutterichs über dieWerbungen aller fremden Gesandten (vgl. unten p. 388) fandsich keine Spur; eine ganze Reihe von Chiffreschlüsseln(Ma. 544/15) zeugt von der Lebhaftigkeit der vertraulichenCorrespondenzen, während von den chiffrirten Schreiben selbstnur ein paar armselige Ueberreste vorhanden sind.
Für den Verkehr des Pfalzgrafen mit befreundeten deutschenFürsten, unter denen Wilhelm von Hessen die erste Stelleeinnimmt, eröffneten sich reichere Quellen in Marburg undDresden; die Beziehungen des hessischen und kursächsischenHofs zum Ausland boten manche wichtige Aufklärung, die manin den pfälzischen Archivalien vergebens sucht. Ergänzungenvon höchstem Wert lieferten, wie zu erwarten, die handschrift-lichen Schätze der Pariser Nationalbibliothek, ein paar wichtigeStücke auch die spanischen Papiere des französischen Staats-archivs. Manches Interessante wurde endlich in Genf undZürich gewonnen. Doch vermochten alle diese wichtigen Hülfs-quellen nur hie und da für den Mangel der Hauptquelle zuentschädigen; überdies konnte z. B. in Paris von einer Durch-arbeitung, ja nur von einer vollständigen Durchsicht des Vor-handenen nicht die Rede sein; gauz abgesehen vom Staats-archiv, das ich nur flüchtig ein paar Mal besuchen konnte,sind die Massen zeitgenössischer Briefe und Akten, die in dergrossen Bibliothek der fonds francais der Handschriften und diezum Teil demselben noch nicht einverleibten Sammlungen