IV Vorrede.
Studien nachträglich für diese Periode gewinnen liess, hatin der Einleitung des vorliegenden Bandes seine Verwertunggefunden. Von einer erschöpfenden Benützung des Vorhan-denen konnte hiebei freilich nicht die Rede sein, noch vielweniger als bei den Vorarbeiten für die folgende Edition, dieja selbst hinter der erwünschten Vollständigkeit weit zurück-geblieben ist.
Allerdings bietet schon der Charakter, den die pfälzischePolitik unter dem vorwiegenden Einüuss Johann Casimirs an-nimmt, eine gewisse Entschuldigung. Den weitverzweigtenBeziehungen des tatenlustigen Pfalzgrafen überall nachzugehen,erfordert mehr Zeit und Mittel, als dem Herausgeber zur Ver-fügung standen; obwohl ihm der Besuch einer Reihe vonwichtigen Archiven und Bibliotheken des Auslands ermöglichtwurde, lag doch das Heranziehen mancher vielleicht gleich be-deutender Fundorte ausserhalb des Erreichbaren. Was inDeutschland, Frankreich, der Schweiz zusammengebracht wurde,rechtfertigt jedenfalls die in der Einleitung versuchte Charak-teristik der casimirischen Politik und den Entschluss, im Gegen-satz zu Kluckhohn's Publikation die Kirchengeschichte ganz inden Hintergrund zu rücken. Wenn auch Johann Casimir amBekenntniss seines Vaters unverrückt festhielt und es beiseinen Unternehmungen zu fördern suchte, so stellten doch per-sönlicher und dynastischer Ehrgeiz und rücksichtslose Wahlder Mittel das religiöse Interesse sehr in den Schatten. Daherbeschränkte ich mich darauf, für seine Stellung zur Concordien-formel nur die notwendigsten Belege und literarischen Verwei-sungen zu geben; das gewaltige Urkundenmaterial zur Geschichtedieses Bekenntnisswerkes ist ohnedies ein Arbeitsfeld, dasdurchaus die volle Kraft und Zeit beansprucht und nicht nurnebenher ausgebeutet werden kann. Wichtiger für meinenZweck waren die Anfänge der lutherischen Reaktion in derKurpfalz, die ja mit dem Streit der beiden Brüder untrennbarzusammenhängen und Johann Casimirs Persönlichkeit starkhervortreten lassen.
Die politische Correspondenz des Pfalzgrafen, seiner bedeu-tendsten Freunde und Ratgeber sollte also den eigentlichenInhalt dieser Edition bilden. Dass aber die anfänglichen Hoff-