565darf man, wenn diese Vortheile erreicht wer-den sollen, eben so wenig flüchtig als ohneAuswahl leſen. Man darf dabei nicht bloßauf Zeitvertreib und Belustigung ausgehen.Allein wie sollte man dieses auch wohl beiMännern voraussetzen dürfen, die es wissenund fühlen, daß ihr Amt viele Kenntnisse er-fordert, welche sie, da ihnen selbst dermündliche Unterricht fehlt, hernach nur ausBüchern zu schöpfen fähig sind? bei Män-nern, deren Muſeſtunden wegen ihrer Selten-heit einen zu großen Werth haben, als daß siedieselben einzig und allein auf die Lectüre sol-cher Schriften verwenden sollten, die, sobaldsie einmal gelesen worden sind, aufhören, in-teressant zu seyn, und von Seiten ihres In-halts wenig oder gar nichts enthalten, waslehrreich genannt werden könnte?Es wäre indessen doch nicht übel, wenndie Gesellschaft irgend einem Prediger, wel-cher Kenntniß vom Schulwesen mit Kenntnißder neuern Litteratur verbände, den Auftraggäbe, diejenigen Bücher vorzuschlagen, wo-von er glaubt, daß sie der Gesellschaft nützlichseyn würden. Denn eben dadurch würde die-selbeNn3
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2 (1791)
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