Druckschrift 
2 (1791)
Seite
524
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524zu einem geistlichen Redner geboren sey, sohirnlos auch übrigens sein Kopf immer seynmag. Und der stille Denker unter den Jüng-lingen, der seine Nebenstunden zu Hause edelbenutzte, aber vielleicht auch durch Mangel desUmgangs eine gewisse Schüchternheit bekam,wird oft gerade bei dieser Gelegenheit durcheinen verunglückten Versuch niedergeschlagen,und zu einem größern oder geringern Miß-trauen in seine Kräfte verleitet. Jener trium-phirt, und dieser wird ausgelacht. Ausser-dem läßt sich ja die Freimüthigkeit, die mandurch solche öffentliche Redeübungen hervorzu-bringen glaubt, und die jedem Lehrlinge auchohne Rücksicht auf seinen künftigen Stand nichtunnütz ist, viel besser auf andern Wegen be-wirken. Denn die Erfahrung zeigt, daß ofteben diejenigen, welche öffentlich am freimü-thigsten waren, in kleinern Gesellschaften amfurchtsamsten sind, und aus Furchtsamkeit ei-ne Wohlstandsregel nach der andern übertre-ten.Denken Sie nicht, lieber Freund! daß ichnun dadurch jedes öffentliche Examen geradezuverworfen hätte. Nein! Ich wünschte nureine