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2 (1791)
Seite
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502wiſſermaßen vor, weil der Menſch erſt Begrif-fe vom Guten haben muß, ehe er gut handelnlernen soll *). Allein die Erfahrung, nachwelcher es so viele lasterhafte Gelehrte giebt,beweiset denn doch auch auf der andern Seite,daß nicht alles auf die bloßen Begriffe vomGuten ankomme. Die wirkliche Anwendungderselben aufs tägliche Leben ist die Haupsache,und nur die Voraussetzung, daß Neigung zudieser Anwendung vorhanden sey, berechtigtuns, von einem gebildeten Herzen zu reden.Soll nun alſo eine Neigung von der Art inden Kindern bewirkt werden; so versteht essich auch von selbst, daß der Lehrer es nie beimoralischen Vorschriften oder Schilderungen be-wenden lassen dürfe. Er muß vielmehr immerauch auf die Ausübung dringen. Und dazukann er selbst in der Schule manche Veranstal-tung machen. So stehen z. B. die Kinder auchschon in der Schule in einer solchen Verbindunguntereinander, daß das eine oft der Dienstfer-tigkeit*) S. diekurzgefaßten Gedanken über die Bildungdes Herzens, ob sie ohne Bildung des Verstandesmöglich sey 2c. von J. G. Scheller. Breslau 1785.A. d. H.