489im Ganzen genommen ein unverbrüchlichesBesetz in jeder Schule seyn, hochdeutsch zusprechen *). Denn wo anders, als hier, ha-ben gemeine Leute Antrieb und Gelegenheit da-zu? Die Geschäfte in der Schule sind ja vonanderer Art, als die Geschäfte im alltäglichenLeben. Und wer kann es daher sonderbar fin-den, wenn die Kinder dort anders sprechen,als hier, zumal, da so vieles, was sie lernenmüssen, sich nicht einmal in niederdeutschemDialect ausdrücken läßt?Nein, mein Freund! Sie müssen nicht ei-nem Vorurtheile nachgeben, dem man so dreistdie Stirne bieten kann. Sie müssen nicht eineUnterlassungsfünde begehen, wodurch die Un-wissenheit des Volks begünstigt, und den öf-fentlichen Lehranstalten, die dazu bestimmtsind, diese Unwissenheit zu hemmen, ihreNutzbarkeit geraubt, oder doch wenigstens ge-schmälert wird.Sie*) Etwas ausführlicheres darüber findet man in fol-gender kleinen Schrift: „Sprachunwissenheit, einne große Verhinderung des Religionsunterrichts beiLandleuten, von M. G. Gruel. Berlin 1776, 8.A. d. H.
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2 (1791)
Seite
480
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