Druckschrift 
2 (1791)
Seite
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473Sie sehen nun daraus, liebster Freund,daß auf dieſe Art daſſelbige Buch, wenn eswichtige, vorzüglich bemerkenswürdige Sa-chen enthält, den Kindern mehrmals zumDurchlesen gegeben werden könne. Denn siekönnen es bald in der einen, bald in der an-dern Absicht lesen, und wenn der Inhalt desBuchs ihrer jedesmaligen Fassungskraft ge-mäß ist, kann es ihnen auch nicht sehr schwerwerden, sowohl die eine, als die andere Absichtzu erreichen. Aber wie nützlich muß es nichtseyn, sie zu einem solchen Verfahren in Hinsichtauf ihre Lectüre schon frühzeitig anzugewöhnen!Wie oft liest man nur, um zu lesen, nicht umzu lernen um sich die Langeweile, nichtum Unwissenheit, Irrthümer und Vorur-theile zu vertreiben! Und wenn man auchdurch die Lectüre das erlangt, was man Belesen-heit nennt; so ist doch Belesenheit allein einebloß historische Erkenntniß. Sie setzt nur eingutes Gedaͤchtniß voraus. Aber die Beurthei-lungskraft und der Verstand können dabeiimmer noch leer ausgehen; die eigentliche Er-kenntniß der Wahrheit kann dabei immer nochohne Zuwachs bleiben. Es ist also noch langenicht genug, das flüchtige Lesen zu vermeiden,undB95