Druckschrift 
2 (1791)
Seite
461
Einzelbild herunterladen
 

461Schriften in die Hände giebt, welche genau ge-nommen noch über ihrer Fassungskraft sind;können daraus andere, als nachtheilige Fol-gen, entstehen *)? Und sollte man sie nicht,also lieber die Schriften von jeder Art in gehö-riger Ordnung lesen lassen? erst die leichtern,und nachher die schwerern?4. Kinder dürfen nichts lesen, was derPhantasie zu viel Nahrung giebt. Keineempfindsame Romänchen! keine Schriften, wo-durch sie verleitet werden, sich ausserordentli-che Glücksfälle zu erträumen! Die Leidenschaf-ten erwachen ohnehin frühzeitig genug. UndZwingt man sie durch eine solche Lectüre hervor;so bekommen sie immer eine schiefe Richtung.Auch ist die Phantasie der Kinder an sich selbstschon blühend und bilderreich. Sie würdenalso Schwärmer oder Empfindler werden,wenn man dieselbe noch absichtlich nähren undstärken, und ihr nicht durch Ausbildung desVerstandes ein Gegengewicht verschaffen woll-te. Elende Menschen, die von ihrer zartenKind-*) M. s. hier Heft I. S. 159. 2c.