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2 (1791)
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360Vielleicht sind Sie gerade in diesem Puncte mitLocke nicht einig. Vielleicht glauben Sie,daß er dem Ansehen der Bibel zu nahe trete,und hier im Geist eines freidenkenden Eng-länders rede. Vielleicht also haben Sie ausdiesem und keinem andern Grunde sich jenerherrschenden Gewohnheit nicht widersetzen wol-len. Aber dann irren Sie. Zwar war seinUrtheil von den öffentlichen Schulanstaltennicht genau genug überdacht. Allein in Rück-sicht aufs Bibellesen hat er denn doch ganz rich-tig geurtheilt. Darin stimmen alle neuere Er-zieher ohne Ausnahme überein.Wenn das Kind die Geschichte der Blutschan-de Loths, Juda's und Absaloms, der SündeOnans, der Entehrung der Dina, des EhebruchsDavids und der Bathseba, das hohe Lied Salo-mons u. s. w. liest soll es etwas dabei den-ken, oder nicht? Im ersten Falle ist es kaumanders möglich, es müssen dadurch fein zeitigwohllüstige Begierden in ihm erweckt, ungesit-tete Ausdrücke von ihm erzwungen werden. DerVernünftige und Erwachsene, der die geradeöffne Denkart und Schreibart der Urwelt kennt,stößt sich freilich nicht an die einfache, aufrich-tige