Druckschrift 
2 (1791)
Seite
303
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3⁰³Dazu kommt dann aber auch zum andernnoch der Umstand, daß jene Traurigkeit, je-ne Bekümmerniß des Lehrers ihnen in der Ge-stalt eines demüthigenden Mitleids erscheinenwürde. Und wer hält sich nicht auf eine gewisseArt und in einem gewissen Grade für elend,wenn man Mitleid mit ihnen haben muß?Wer fühlt nicht einen gewissen natürlichenStolz in sich rege werden, wenn er auf irgendeine Weise beschämt und gedemüthigt wird?Und wie könnte das Kind sein Elend (es stelltſich in ſeinen Augen wenigſtens als Elend dar)wohl anders mindern wie könnte es wohlanders jener Beschämung, jener Demüthigungausweichen, als wenn es durch ein besseresVerhalten die traurige Miene des Lehrers in ei-ne heitere und zufriedene zu verwandeln sucht?Gewiß, theurer Freund! dies ist überallder beste Gesichtspunct, aus welchem man sei-ne Fehler betrachten kann.Man macht sichelend dadurch. Man verliert dadurch unzähligeFreuden, deren Genuß uns doch im gefelligen Leben unentbehrlich ist. Und nie können Lehrerund Erzieher das Kind zu früh in diesen Ge-ſichtspunct ſtellen. Nie können ſie es zu früh da-von