Druckschrift 
2 (1791)
Seite
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301hat! Machen Sie sich also nur immerhin aufeinen langen Brief gefaßt!Ehe ich aber zur Sache selbst komme, habeich noch eine allgemeine Anmerkung vorauszu-schicken.Mir deucht nämlich, die neuern Pädago-gen haben vollkommen Recht, wenn sie behaup-ten, daß man bei allen Fehlern der Kindermehr betrübt, als zornig scheinen müsse.DennErstlich liegt es in der Natur jedes nochnicht ganz verdorbenen Menschen; (und zudiesen kann man denn doch auch wohl die Kin-der zählen) niemals ausser im höchsten Noth-falle einem andern Schmerz und Mißver-gnügen zu verursachen. Schon die äussern Zei-chen des Schmerzes und des Mißvergnügens,jene trübe Melancholie im Gesicht, jener thrä-nenvolle Blick, jenes ängstliche Wimmern u. s.f. schon diese allein bringen unangenehmeEmpfindungen in einem solchen Menschen her-vor, und bloß um dieser Empfindungen willenwünscht er den Schmerz, das Mißvergnügenseines Mitmenschen zu vertilgen, gesetzt auch,