298auch, er werde so wenig ausschweifend, alsnachläßig werden; so haben Sie doch wenig-stens sein Herz in gewissem Grade verdorben.Sie haben ihm, wenn er edel ſeyn will, fürdie Folge das unangenehmste Geschäft von derWelt nothwendig gemacht — das Geschäft,die hohe Meinung von sich selbst herabzustim-men. O wie oft spielt ein Mann, der in seinerJugend so übermäßig fetirt wurde, ganz un-willkührlich die Rolle des eingebildeten Nar-ren! Wie oft vergißt er sich in seinen Ausdrü-cken, wenn von ihm selbst die Rede ist! Wieoft muß er sich deswegen in Gesellschaft vonnoch bessern und einsichtsvollern Menschen ge-demüthigt sehen! Wie kränkend ist nicht oftseine Scham vor sich selbst, wenn er in der stil-len Stunde der Einsamkeit seine Reden undHandlungen übersteht! Wie hartnäckig derKampf, den dann ſeine edlere Ehrliebe mitläppischer Prahlsucht beginnt!Schicken Sie also nur immerhin Ihrem jun-gen Freunde eiligst Briefe nach, und machenSie ihn mit aller Höflichkeit auch auf seineMängel und Gebrechen aufmerksam! Nurlassen Sie ihm vor allen Dingen meinen Namennicht
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2 (1791)
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298
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